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Flaming Row – The Pure Shine

(73:19, 73:19, DCD, Digital, Progressive Promotion Records, 2019)
Nach seinem Ausflug zu den Kollegen von InVertigo dauerte es nicht lange, bis der emsige Martin Schnella zum Ende des Jahres ein weiteres Mal aktiv geworden ist. Jetzt ist es allerdings die Band Flaming Row, dessen Gründungsmitglied und Mastermind (natürlich neben den anderen exzellenten Mitgliedern) er ist und mit denen er gemeinsam das mittlerweile dritte Album „The Pure Shine“ veröffentlichte. Nach „Elinoire“ (2011) und „Mirage – A Portrayal of Figures“ (2014) legt das Quartett aus Göttingen erneut ein Konzeptalbum nach und was die Musiker um Martin Schnella sowie Marek Arnold nach einer 5 ½ Jahre dauernden schöpferischen Pause zu bieten haben, ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zum Einen die erneut hohe Qualität der Produktion, zum Anderen die illustre Schar an Gastmusikern.

Thematisch basiert das aktuelle Album auf der Saga „The Dark Tower“ des amerikanischen Horrorschriftstellers Stephen King. Zu Deutsch „Der Dunkle Turm“ ist eine achtbändige, düstere Fantasy-Saga und zählt zu den wichtigsten Werken seines Schaffens.
Im Mittelpunkt des sechs Titel umfassenden Flaming Row Albums, mit einer Gesamtspielzeit von gut 73 Minuten, steht die schillernde Story des Hauptprotagonisten Jake Chambers. Bestachen bereits die vorangegangenen Veröffentlichungen durch Qualität und hörenswerten Variantenreichtum, so hat auch „The Pure Shine“ musikalisch einige Überraschungen parat. Eine davon ist sicherlich, dass Flaming Row ganz bestimmt nicht unwidersprochen in die Genre Schublade Progressive Metal zu stecken ist. So eindimensional ist das Quartett wahrlich nicht, so vereinen sie doch Elemente des Jazz, Celtic Folk, Rock, Metal, World Music und Progressive Rock wie selbstverständlich miteinander. Für diese Symbiose aus verschiedenen Stilen steht nicht nur die hochkarätige Kompetenz der Gastmusiker, die Musiker um Martin Schnella und Marek Arnold haben mit ihrer grenzenlosen Spielfreude jederzeit die Fäden in ihren Händen. Selbstverständlich trägt auch der bestechend gute Gesang von Melanie Mau zum Erfolg bei, ohne Zweifel ein Gewinn für die Band, wie auch die bereits erwähnte Arbeit der vielen Gastmusiker.

Flaming Row schöpft aus dem Vollem, dafür sorgen einerseits dahin schwebende akustische Wohlfühlmomente, andererseits aber auch immer wieder dramatisch inszenierte Feuerwerke voller Dynamik. Daraus entstehen perfekt kombinierte Kompositionen, die zu keinem Zeitpunkt Raum für Eintönigkeit oder gar Monotonie geben. Wunderschöne Piano- und Flötenpassagen, akustische Gitarren, Streicher, sowie Kanon-Gesänge, aber auch härtere, metallische Momente wechseln sich kontinuierlich ab. Man sollte sich ausreichend Zeit nehmen, um in die im positiven Sinne ausufernden Instrumentalpassagen und in das epische Werk vollständig einzutauchen. Nicht zu vergessen, als besondere Beigabe wurde dem Album das gesamte Werk als Instrumentaleinspielung beigefügt, auch diese hat es uneingeschränkt verdient, Gehör zu finden.

Fazit: Flaming Row werden nicht nur ihre bisherigen Fans mit diesem abwechslungsreichen und bestens gelungenen Konzeptalbum verzaubern. Auf diesem hohen Niveau sollte „The Pure Shine“ einen Platz in jeder Progressive Rock Sammlung finden.
Bewertung: 13/15 Punkten

Line-up:
Martin Schnella (Seven Steps To The Green Door, Melanie Mau & Martin Schnella): Guitars, Vocals
Niklas Kahl: Drums
Marek Arnold (Cyril, ex Toxic Smile, Manuel Schmidt & Marek Arnold): Keyboards, Saxophone
Melanie Mau (Melanie Mau & Martin Schnella): Vocals

Gastmusiker:
Glynn Morgan (Threshold): Vocals
Johan Hallgren (Pain Of Salvation): Vocals
Alexander Weyland (Traumhaus): Vocals
Ossy Pfeiffer (Ignore The Sign): Vocals
Siobhán Kennedy (Iontach): Vocals
Mathias Ruck: Vocals
Jimmy Keegan (Spock’s Beard, Pattern Seeking Animals): Drums
Dave Meros (Spock’s Beard): Bass
Lars Lehmann (Ignore The Sign): Bass
Jens Kommnick (Iontach): Celtic Instruments
Eric Brenton (Neal Morse): Violin, Viola
Nathan Brenton (Neal Morse): Cello & Orchestration
José Pepe Jimenez (Carlos Santana): Percussion
Fabian Gödecke (Melanie Mau & Martin Schnella): Percussion

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