King Crimson – Live In Vienna

(66:09 + 72:59 + 48:15, 3 CDs, Discipline Global Mobile, 2018)
Ursprünglich sollte dieser am 1.Dezember 2016 in Wien entstandene Mitschnitt bereits viel früher erscheinen. Doch einmal mehr liefen die Dinge bei King Crimson etwas anders als geplant, sodass man den ebenfalls exzellenten Auftritt “Live In Chicago” zuvor veröffentlichte. Inzwischen ist aber auch “Live In Vienna” als 3-fach CD für einen absoluten fairen Preis erhältlich, während die japanische Ausgabe bereits seit letztem Jahr für den entsprechend teuren Importpreis, sowie mit anderem Bonusmaterial, auf den Markt kam.

Eigentlich kann man für dieses Album komplett die Einleitung zur Kritik von “Live In Chicago” übernehmen, oder um es mit einem Zitat bzw. zwei Sätzen auf den Punkt zu bringen: “Ein weiteres Livealbum von King Crimson, ist das nun wirklich nötig? Einmal mehr lautet die klare Antwort ‚Ja‘, auch wenn sicherlich dieses Werk letztendlich vor allem die Die-Hard-Fans der Band begeistern wird.”

Eingespielt in der 7er Besetzung Robert Fripp (Gitarre, Keyboards), Jakko Jakszyk (Gitarre, Gesang), Tony Levin (Bass, Sticks), Mel Collins (Saxophon, Flöte), Pat Mastelotto (Schlagzeug), Jeremy Stacey (Schlagzeug, Keyboards), Gavin Harrison (Schlagzeug) beeindruckt diese Aufnahme einmal durch ihr präzises, lebendiges Zusammenspiel, des Weiteren durch den Ansatz, das Songmaterial immer wieder durch die jeweils beteiligten Musiker neu zu beleben und anders zu interpretieren. Im Vergleich zu dem knapp einem  halben Jahr später erschienenem “Live In Chicago” setzte man zwar auch in Wien auf 70er Jahre Standards wie ‘Starless’, ’21st Century Schizoid Man’, ‘Easy Money’, ‘Larks’ Tongues in Aspic (Part II)’ oder ‘Pictures Of A City’, kommen in Österreich in erster Linie eine Mixtur von neuem Material und Frühwerken wie “Lizard” (1970) und “Islands” (1971) zum tragen. Als besonderer Bonus sind zudem ‘Fracture’ (mitgeschnitten in Kopenhagen) und diverse Soundscapes von anderen Konzerten enthalten.

Wie schon bei anderen Livealben, setzt vor allem Mel Collins neue klangliche Facetten; ebenso gelingt es den drei Schlagzeugern als harmonischer Klangkörper zu agieren. Dass im Inlay der CD die Stuttgarter Liederhalle statt des Wiener Museumsquartiers abgebildet ist, fällt sicherlich nur denjenigen auf, die schon mal in der Liederhalle weilten. Ansonsten gilt einmal mehr: das Zusammenspiel ist wiederum beeindruckend intensiv, unheimlich detailreich und ein absolut vitaler Hörgenuss. Zeitlose Musik zum Genießen.
Bewertung: 13/15 Punkten (GH 13, JM 13, KR 13, KS 13)

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