Alan Simon – Big Bang

(57:39, CD, Babaika Productions/ Cherry Red Records, 2018)
Der arbeitswütige Franzose Alan Simon, Komponist und Rockmusiker in einem, veröffentlicht nach der Doppel-CD-Compilation „Songs“ und seinem ebenfalls 2017 erschienenen Studioalbum „Excalibur IV, The Dark Age Of The Dragon“ in noch nicht einmal zwei Jahren mit „Big Bang“ bereits sein nächstes Werk. Während er sich in der Vergangenheit überwiegend mit der Mythologie des Königs Arthur und seinem Schwert Excalibur oder mit „Tristan & Yseult“ sowie „Anne de Bretagne“ auseinandersetzte, betritt er mit der neuen CD ein moderneres Terrain. Allerdings bleibt sein erfolgreiches Strickmuster weitgehend erhalten und erfährt nur in Nuancen eine Korrektur. In den älteren Veröffentlichungen bot er zumeist einen Mix aus orchestralen Kompositionen, die durch Klassik, Folk, Pop, Rock, hin und wieder sogar Jazzelementen und einer Prise Prog gekennzeichnet waren.

Damit gelang es ihm, neben der gewünschten Atmosphäre und Ausdrucksstärke, sehr abwechslungsreiche und nie langweilig wirkende Songs zu schreiben. Dieses Konzept setzte er immer wieder mit einer illustren Schar an Gastmusikern hervorragend um. So auch auf dem 2018er Silberling. Diesmal unterstützen den Franzosen auf 14 neuen Tracks u.a. Folk- und Harfenspezialist Alan Stivell, Saxophonist John Helliwell (Supertramp), die Sänger Michael Sadler (Saga) und Roberto Tiranti (Labyrinth).
Wie gesagt, setzt sich Alan Simon thematisch diesmal nicht mit Königen, Rittern und ähnlichem auseinander, der Urknall (Big Bang) und die Weiten des Universums sind da nicht minder interessant, vertont zu werden. Das neue Studio Album ist Alan Simons episch musikalische Interpretation der Entstehung des Universums. Bei diesem Thema verwundert es nicht, wenn der folkige Anteil etwas in den Hintergrund gerät. Hörbar stärker gewinnen elektronische Passagen Einfluss auf die Songs, auch wenn rockig, poppige, gar opereske Strukturen, eingebettet in Klassik, immer noch den Hauptanteil darstellen. Auf die wohltuende Prise Prog und Jazz mag Simon ebenfalls nicht verzichten.

Insgesamt ergeben sich sehr eingängige Melodien, zum Teil sogar tanzbar mit (fast) Ohrwurmcharakter. Dieses opulente musikalische Mahl entstand in Kooperation mit der NASA und benötigte für die Realisierung immerhin 120 Musiker. Sie begleiten den Hörer auf einer musikalischen Odyssee zu den Ursprüngen des Universums und zum Schicksal des Planeten Erde.

Wer bereits Alan Simon und seine zahlreichen Veröffentlichungen kennt und vor allem mag, wird sich ohnehin auch dieses Album zulegen. Alle anderen, die die leicht eingängigen Songs mögen, aber dennoch auf Abwechslung nicht verzichten möchten, sollten sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, einmal hier hineinzuhören. Zusammengefasst bietet Alan Simon Musik mit vielen Facetten und einem guten Unterhaltungswert.
Bewertung: 9/15 Punkten (KR 7, HR 9)

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