Cydonia – Second Sight
Neoprog • Melodic Rock
(60:01; CD, digital; Timezone Records; 09.10.2026)
Vier Jahre nach ihrem Debüt “Stations” legt das Quintett aus dem Raum Freiburg nun nach. Die Besetzung ist stabil geblieben, was ja schon mal ein gutes Zeichen ist. Thematisch geht es um einen zweiten Blick im Sinne eines veränderten Blickwinkels, dass man sich die Frage stellt: Sind die Dinge wirklich so wie es den Anschein hat oder ist in Wirklichkeit alles ganz anders?
Was zumindest einem zweiten Blick sicher standhält ist, dass acht Songs für den Nachfolger produziert wurden, wobei zwei Tracks die 10-Minuten Marke überschreiten. Es geht los mit dem knapp acht-minütigen ‘Heart Of Stone’, einer Mischung aus Neoprog und Melodic Rock, was im Wesentlichen auch das Grundmuster der meisten anderen Songs ist. Die Stimme des Frontmanns passt meist recht gut zur gebotenen Musik, speziell wenn es um Melodic Rock geht.
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Das nachfolgende ‘Clouds Of Tears’ ist die erste Single Auskopplung, hier erscheint der Gesang zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. ‘Father’ ist mit dreizehn Minuten Laufzeit der längste Titel des Albums. Was zunächst als eingängiger Melodic Rock beginnt, nimmt sich dann Zeit für längere instrumentale Ausflüge, die durch sphärische Keyboardsounds geprägt sind und stellenweise leichte Pink Floyd Atmosphäre erzeugen. Schnell kristallisiert sich die Nummer als ein Highlight des Albums heraus. Auch Sänger Michael Bernauer gibt hier eine gute Figur ab, was jedoch für die ganze Truppe gilt, die zeigt, dass sie imstande ist, sich auch etwas weg vom mainstreamigen Melodic Rock deutlich mehr hin zum Symphonic Rock zu bewegen.
Ein bemerkenswerter Stilwechsel ist auf ‘Sorrow’s Lullaby’ zu verzeichnen, das zunächst mit akustischer Gitarre und Gesang dem Titel entsprechend wie ein Schlaflied klingt. Sehr gut passt hier auch das Glockenspiel. Es folgen E-Gitarre und synthetische Streicherflächen – schön gemacht. Schließlich wirkt es wie ein Shanty oder Traditional, mal was anderes also. Im letzten Teil des Songs sind sie dann aber wieder eher neoproggig unterwegs.
Es folgt der zweite längere Titel mit ‘Guardian Angel’ (keine Coverversion des gleichnamigen Galahad Songs). Auch hier ist wieder ein längerer Instrumentalteil enthalten, eine Kinderstimme ist zu hören. Die Art des Zusammenspiels von Synthesizern und E-Gitarre erinnert hier stark an Eloy zu deren bester Zeit in den 70ern, und auch Grobschnitt ist mal herauszuhören.
Auf dem abschließenden Track dürfen wir den Einsatz von Streichern genießen. Dabei sind die beteiligten Damen Katja Flintsch und Annika Stolze keine Unbekannten in der Szene, denn sie sind zum Beispiel (einzeln oder gemeinsam) auch bei Syrinx Call, Sylvan, Single Celled Organism oder Isgaard zu hören. Meist auch in Zusammenhang zu bringen mit dem Namen Jens Lueck, der dieses Album abgemischt und mit produziert hat. Der Gesang erinnert hier ein wenig an frühe Anyone’s Daughter.
Ein ansprechendes Digipack rundet die Sache ab und so hat sich die Breisgauer Band eine zweistellige Benotung durchaus verdient.
Bewertung: 10/15 Punkten
Tracklist
- Heart Of Stone (07:52)
- Clouds Of Tears (04:18)
- Father (13:00)
- Home (04:35)
- Huge Black Hole (04:40)
- Sorrow’s Lullaby (08:03)
- Guardian Angel (11:51)
- Enjoy Yourselves! (05:39)
Besetzung:
Rainer Dück – electric and acoustic guitars
Dirk Fenchel – drums
Michael Bernauer – vocals / additional electric guitar (2) / artwork
Oliver Gerike – bass guitar / bass pedals / classical guitar (6) / backing vocals
Daniel Perrey – keyboards / glockenspiel / backing vocals
Gäste:
Jens Lueck – additional keyboards
Ylva Roya Gutmann – spoken lyrics (7)
Katja Flintsch – violin / viola (8)
Annika Stolze – cello (8)
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Abbildungen: Cydonia