Threestepstotheocean - Death Of Permanence
Cinematic Post Rock • Electronica
(35:47; Vinyl, CD, Digital; Subsound Records; 16.10.2026)
Hypnotisch und schön düster/trippy geht’s hier auf der neuen Platte der Mailänder direkt zur Sache. Ein Album über den steten Wandel, über die Unberechenbarkeit von Beziehungen, Dingen, die wir als gegeben wahrnehmen. Auflösungsprozesse, permanente Veränderung, Transformationen – all dies findet sich im Vergleich zu früheren Releases in einer deutlich schwermütigeren, driftenden Form wieder.
Der neu ausformulierte kreative Prozess schien den Italienern auf „Death Of Permanence“ gehörig Tiefe zu verleihen. Die monotonen, von Gast-Beiträgen wie Conny Ochs oder der sardischen Sängerin Dalia Kayros kreativ-dynamisch unterstützten Stimmungsbilder erschaffen eine neue, epische, sehr düstere Kraft.
Die jeweiligen Arrangements, die zentralen Melodien haben einiges mehr an Sog, Dichte und Strahlkraft im Vergleich zu den Vorgängern. Eine fast orientalisch-rituelle Hypnotik bestimmt Song-Perlen wie ‚Future Questions‘. ‚Every Time I Dive‘ klingt so, wie es heißt: dystopische Synths, stoisch kalte Riffs, viel Nacht und anhaltender Schmerz.
Die Gesamtatmosphäre gewinnt unnachahmlich auf dieser neuen, sehr kompakten Scheibe und lässt diese tiefen Wellen an hypnotischen Strukturen durch den Sound fließen, macht aus dem Album einen finsteren Trip über die Unausweichlichkeiten der Realität. Gezielt gesetzte Sprach-Samples, Monotonie und immer wieder dieses trippige In-sich-selbst-Drehen ziehen den Hörer hinein in die Spirale aus dunklen Farben, nächtlicher Tristesse, gar kosmischer Entrücktheit. Oft muss ich an die genialen Alben von Monoland denken, die einen ähnlich grauen, kosmisch-driftenden Flow an den Tag legten.
Mein persönlicher Fave ist die triste Doom-Wand in ‚Outer Gods‘ feat. Conny Ochs. Hier driftet man unerbittlich in einen niemals endenden Nebel, die theatralischen Vocals passen sich der Abwärtsspirale an und sind ein feines, schmerzliches Sahnehäubchen. „Death Of Permanence“ ist ein feiner, atmosphärisch-schwermütiger Trip, der in den Abendstunden gut an einem zu zerren weiß.
Bewertung: 12/15 Punkten
Besetzung:
Davide Logrieco
Giacomo Rogora
Andrea Sacchetti
Francesco Tosi
Gastmusiker:
Conny Ochs
Dalia Kayros
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von All Noir zur Verfügung gestellt.

