Resistor - Beyond
Heavy Prog Rock
(44:24; CD, Vinyl, Cassette, digital; Progrock.com’s Essentials; 09.10.2026)
Mit “Beyond” hat sich die amerikanische Band um Mastermind Steve Unruh, der vielen Progfans als regelmäßiges Mitglied der multinationalen Formation The Samurai of Prog bekannt sein dürfte, Zeit gelassen, liegt doch die Veröffentlichung des Vorgängeralbums “Illuminator” schon über drei Jahre zurück. Aber was sind schon drei Jahre in dieser schnelllebigen Zeit.
Das 2023er Samurai of Prog Album “The Man In The Iron Mask” ist das bisher letzte Album, auf dem Unruh mitgewirkt hat, umso intensiver konnte er sich also unter anderem mit seiner Band Resistor beschäftigen. Gerade mal drei Songs haben es auf das neue Werk, ihr nunmehr achtes Album, gebracht. Longtracks sind also angesagt.
Der 13-minütige Opener ‘Nostalgia’ startet dann auch gleich als das, was hier hauptsächlich zu erwarten ist: Rock-Musik. Harte Gitarren, starke Rhythmusarbeit und dann der in diesem Fall in teils sehr hohen Tonlagen angesiedelte Gesang von Steve Unruh – da liegen Vergleiche zu den dank ihrer Tour momentan sehr angesagten Rush nahe. Wer den amerikanischen Multiinstrumentalisten kennt, weiß auch, dass es natürlich nicht bei einer reinen Gitarrenrock-Nummer bleibt. Plötzlich setzt nämlich melodisches Geigenspiel einen deutlichen Kontrapunkt.
Der Song ‘Antares’ ist mit seinen sieben Minuten Laufzeit vergleichsweise kurz ausgefallen, auch hier dominieren die E-Gitarren, auf Gesang wird in diesem Fall – von kurzen lautmalerischen Passagen abgesehen – ausnahmsweise verzichtet.
Den Abschluss bildet der starke Titelsong, für den man sich über 24 Minuten Zeit nimmt. Zunächst dominieren die leisen Töne – akustische Gitarre und die kräftige Stimme bestimmen das Klangbild, dezente Perkussion kommt schließlich hinzu. Dass Unruh gelegentlich in ausgesprochen hohe Tonlagen vorstößt, mag vielleicht bei manchen etwas Unruhe auslösen, aber er hat halt eine sehr stabile Stimme und kann sich derartige Ausflüge leisten, ohne Gefahr zu laufen, unangenehm ins Knödeln zu geraten. Und natürlich nimmt die Nummer dann auch richtig Fahrt auf, die (elektrische) Geige wird auf sehr farbenfrohe Art und Weise eingesetzt. Mal rockig, mal atmosphärisch, aber auch mal beinahe schon avantgardistisch. Da kommt gelegentlich auch mal Eddie Jobson in den Sinn. So sorgt beispielsweise etwa zu Beginn des zweiten Drittels ein sehr interessantes Arrangement an der E-Geige für Aufmerksamkeit. Ein starkes Break, das dann in eine Begleitung mit akustischer Gitarre übergeht, dem sich ein feiner Gesangspart anschließt. Später folgt eine knackige Passage mit Uriah Heep typischen backing vocals, an das sich Gentle Giant typischer Satzgesang anschließt.
Zusätzlich zu den Songs auf der CD sind im Netz Radio Edit Versionen der ersten beiden Tracks sowie zwei zusätzliche neue Tracks zu finden, was insgesamt weitere knapp 24 Minuten Musik bedeutet.
Bewertung: 10/15 Punkten
Besetzung:
• Steve Unruh – vocals / violins / flute / guitars
• Barry Farrands – drum kit / vocals
• Fran Turner – guitars / vocals
• Don Schiff – N/S Stick [1, 3]
• Rob Winslow – bass [2]
Surftipps:
• Homepage Steve Unruh
• Bandcamp
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Abbildungen: Resistor
