Legs On Wheels - Gobble
Symphonic Rock • Math Rock • Canterbury
(45:23; CD, Digital; Eigenveröffentlichung/Just for Kicks; 19.06.2026)
Lustiges Album! Das geht schon mit dem Cover los, das auch gleich die Erklärung mitliefert, was das englische Wort „gobble“ bedeutet. „Kollern“, das typische gurgelnde Geräusch eines Truthahns bzw. „hinunterschlingen“. Und die zugehörige Musik ist gleichermaßen eigenwillig wie unterhaltsam, alles andere als alltäglicher Progressive Rock. Macht neugierig?
Dem Schreiberling war diese Formation bisher gänzlich entgangen, dabei ist „Gobble“ nicht ihr erstes Lebenszeichen. 2018 ging es los mit einem knapp halbstündigen Album namens „Iguana Salad (Archive)“, das seinerzeit von Danny Murgatroyd im Alleingang eingespielt wurde (wenn man von einem Trompeteneinsatz eines Gastmusikers absieht). Für das erste Vollzeitalbum „LEGROOM“ (2023) war dann die Quintettformation gefunden, die nun auch auf „Gobble“ zu hören ist.
Die Musik der Truppe aus Manchester wird als “wild and restless Psych/Prog/Punk/Pop adventurers“ beschrieben, und das bringt es auch schon sehr gut auf den Punkt. Gleich der Opener ‚Oysters On The Half Shell‘ ist eine ausgesprochen flotte Nummer, die bisweilen etwas an Cardiacs erinnern könnte. Das hat Schmackes, ist locker-vertrackt, und offenbart beispielsweise im Rhythmusbereich so manche interessante Idee, was auch für einige weitere Songs gilt.
Immer wieder lugt auch mal Gentle Giant um die Ecke (ein gutes Beispiel ist ‚Waiting For His Drowning‘), wobei sie es stets schaffen, das Ganze in eine eigene Variante zu verpacken, so dass es nie wie eine Kopie klingt, sondern lediglich in den Sinn kommt, ohne sie gleich in diese musikalische Ecke zu stellen. Und das gleiche gilt auch für weitere Verweise. So zum Beispiel gelegentliche Ausflüge in die Canterbury Spielart, unter anderem bei Orgeleinsätzen, die an Egg oder National Health denken lassen. Bei einem Titel erscheint gar die deutsche Formation Argos vor dem geistigen Auge (oder besser Ohr).
Hinzu kommt eine gut gelungene Verquickung von sehr geschickten Gesangsarrangements und vertrackten Instrumentalparts, die aber jederzeit sehr locker-flockig aus den Boxen kommen. Das Album wächst mit der Zeit sehr, mit jedem Durchlauf gibt es neue Details zu entdecken. Ein Album, das nach dem ersten Durchlauf bei der eigenen Einschätzung zunächst um eine zweistellige Bewertung kämpfen musste, ist mittlerweile – siehe unten – bei einer deutlich höheren Benotung gelandet. Am besten jetzt aufhören, sonst wird es noch zum Teapot of the Week.
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Ein Album, das einfach Spaß macht! Legs on Wheels, diesen Namen sollte man sich merken, wenn man eine spannende, neue Progressive Rock Band kennen lernen möchte. Wie es oben schon bestens beschrieben wurde: adventurous!
Auf ihrer bandcamp Seite stehen noch zwei Hinweise: es sind signierte Exemplare erhältlich, von allen aktuellen Mitgliedern unterschrieben, zu denen aber offenbar Schlagzeuger Ged Hawksworth nicht mehr zählt. Außerdem noch folgender O-Ton:
IN SOLIDARITY with the No Music For Genocide movement, we will not be shipping any orders to Israel until the occupation of Palestine ceases. For more information see: nomusicforgenocide.org.
Bewertung: 12/15 Punkten
bestzung:
• Danny Murgatroyd – vocals / guitar / EWI / flute
• George Roberts – organ / synthesizers / piano / electric piano / vocals / acoustic guitar / classical guitar / tambourine / castanets
• Alex Crumbie – guitars / vocals / gong / blocks / shaker
• Dean Stoloff – bass guitars / vocals
• Ged Hawksworth – drum kits / bells / blocks / tinkles / shakers / gong drum / tambourine / vocals / spoken words
Surftipps:• Homepage
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Abbildungen: Legs On Wheels
