Kant - Echoes Of Unfortunate Times
Vintage Rock • Psychedelic • Stoner Rock
(36:30; Vinyl, CD, Digital; Sound Of Liberation; 23.10.2026)
Mit „Paranoia Pilgrimage“ war diese junge Band aus Aschaffenburg bereits gut im Rennen. Mit „Echoes Of Unfortunate Times“ merkt man eine Steigerung im Songwriting, in den Arrangements und in der Attitüde. Ich habe die vier Musiker 2025 beim Blue Moon live erlebt, und ja, das hat schon Laune gemacht. Anno 2026 sitzen die Zutaten aus Psych, Stoner, Fuzz und Kraut stimmig zusammen.
Ich finde die Band auf der neuen Rille durchgehend unterhaltsam. Mit Power und Abwechslung wird ordentlich Drive erzeugt. Der absolute Knaller bleibt aus, dafür sitzen die Übergänge besser und alles fließt harmonisch ineinander. Die benannten Elemente stehen sich nie im Weg. Mit Sänger Marius hat man eine typische Genre-Stimme, aber auch eine charismatische Frontstimme.
Ein Track wie ‚Digital Beam‘ lebt von Grooves, Intensität und sich steigernder Dynamik. Mit dem zehnminütigen Opener ‚Faces In The Fog‘ hat die Band einen epischen Knaller im Gepäck, bei dem von vertrackt und sphärisch bis hymnisch aufbrausend alles vertreten ist, was der geneigte Genre-Fan auf seinem Trip benötigt. Hippieske Flöten, ein knuddeliger Bass und freche, rockige Tempoausbrüche wissen zu gefallen. Wabernde Krautrock-Elemente in ‚Android Don’t Serve‘ und schmissiger Drive in ‚Black Widow‘ laufen easy und treibend in die Hörmuschel. Die Produktion ist catchy und angenehm organisch gehalten, und die fuzzigen Gitarren haben jederzeit Bock auf Auslauf und Energie. „Echoes Of Unfortunate Times“ ist ohne erkennbare Schwächen, aber eben auch ohne den absoluten Höhepunkt, und lässt sich dank lässiger Vibes gut am Stück genießen.Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Marius Seidel – Guitar, Vocals, Flute
• Nicolas Jordan – Guitar
• Elena Strähle – Bass
• Bryan Göbel – Drums
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von ALL NOIR zur Verfügung gestellt.

