Hollow Bone - Onar

Experimental Doom Rock • Post Rock
(41:30; Vinyl, CD, Digital; Argonaut Records/Octopus Rising; 09.10.2026)
„Onar“ steht für Traum oder Vision, somit steht hier jeder Song für spirituelle Transformation, Veränderung, Introspektion und Weiterentwicklung.

Ein Album, welches wie eine Reise konzipiert ist, ein Bandname, der auf schamanische, indianische Praktiken zurückgreift.

Der fast durchgehend im Downbeat angesiedelte Mix aus Post Rock, Experimental und Stoner-/Grunge-Elementen ist atmosphärisch dicht, eigenwillig arrangiert und spielt seinen komplett eigenen Film, was ich erstmal als positiv wahrnehme.

Die oft instrumental gehaltenen Songs haben etwas Driftendes, Psychedelisches, dicht Arrangiertea, sind allesamt grau schattiert, trist und irgendwie anders.

Dunkel und mystisch startet ‚Amigdala‘ mit Drones, Ambient, Psychedelia und vorsichtig geflüstertem Gesang. Klingt fast wie eine Beschwörung und bringt das Album in langsamen Schritten gemächlich in Fahrt. Der trippige, entspannte Aufbau gelingt stimmungsvoll, lässt sich Zeit, die Drums sind atmosphärisch akzentuiert, die postigen Gitarren voller weiter Akkorde. Irgendwann drückt dann eine Welle sanfter Heavyness mit grungigen Fundament das Ganze in die Tiefe, sehr schön und trippy as fuck.

So lässt es sich gut an, und ‚Innocence‘ fließt in ähnlicher Manier weiter, Tribal-Drums und strange Gesänge/Chöre begleiten das Ganze. Immer ein wenig fiebrig, verwaschen, unkonkret driftend. Spacige Synths, ein Hauch Dunkelheit und abermals viel Weite in den Melodien lassen mich hier und da unkonzentriert wegdriften.

Diese Art des Drummings ist natürlich nicht so weit weg von den großen Tool, ohne natürlich deren Komplexität und Intensität zu erreichen. Die Dynamik, das Aufbrechen, passiert schon innerhalb der Songs, aber nicht immer mit konsequent gut gelungenen Übergängen.

‚Meltdown‘ und auch ‚Oceti‘ bleiben ohne echte Höhepunkte, mäandern mit zwar variablem Drums und ambienten Sound-Effekten schmerzfrei vor sich hin, verlieren sich aber immer wieder in zu viel grauen Wiederholungsschleifen. Der atmosphärische, langsame Groove, die Verdichtung sind grundsätzlich ein probates Mittel auf ‚Onar“, aber aus meiner Sicht hätte mit mehr Zugriff in der Dynamik, dem Crescendo schaffen einiges mehr aus den Ideen rausgeholt werden können.

Nicht schlecht, aber auch kein zu eindringliches Album. Ich mag die dichte, immerzu psychedelisch angehauchte Zurückhaltung, den omnipräsenten Tool-Einfluss, nur fehlt mir das überraschende, in die Tiefe komponierte Momentum.
Bewertung: 10/15 Punkten


1. Amigdala 06:09
2. Innocence 05:08
3. Meltdown 05:41
4. Oceti 06:25
5. Presence Of Eagles 06:47
6. Shasta 06:23
7. Wounded Knee 04:55

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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Grand Sounds PR zur Verfügung gestellt.