Sykofant - Red Sun Leaves

Progressive Rock • Nordic Artrock
(45:28; Vinyl, CD, Digital; Sycophantastic Records/Just For Kicks; 24.07.2026)
So, nun kommen die beiden spannenden EPs der Norweger Sykofant als Gesamtwerk mit LP-Länge. Das ist schön, weil es einfach hervorragend zueinander passt und man so noch mehr am Stück schwelgen darf.

Die „Red Sun“ (EP) habe ich genau wie den ersten selbstbetitelten Longplayer bereits sehr zu schätzen gewusst, und mit dem jetzigen Zuwachs der „Leaves“ (EP) und ihren eher atmosphärisch-ausladenden Strukturen wird’s ja nur noch wohliger beim Hören.

Wie bereits besprochen, sind hier die ersten drei Tracks der „Red Sun“ zu hören, und hier ist von Porcupine Tree, rockig-proggigen Opeth, Giant Sky, Pink Floyd aus ihrer melancholischen Früh-Siebziger-Phase und viel Motorpsycho alles dabei, ergänzt um atmosphärische Chöre, Ambient und kleine experimentelle Muster.

‚Roots And Canopy‘ eröffnet den zweiten Teil mit einem Wechselbad der Gefühle – dunkle, spannend-dynamische Sound-Gebilde, erneut sehr stimmige Chöre im Hintergrund, die dann viel zu früh in den nächsten Song ‚Mycelium March‘ hinübergleiten, der erneut für Pink-Floyd-Fans einige nostalgische Riffs und Melodie-Muster bereithält.

Die Königsdisziplin folgt dann mit dem über 16-minütigen Monster ‚Heart Of The Woods‘ und ja, was soll ich sagen: Es klingt auch genauso, einfach nur wundervoll skandinavischer Prog – akustisches Folk-Intro, sanft und liebreizend, wehmütig, und wenn sich dann der Song in epischer Kraft öffnet, passt irgendwie alles zusammen und man hat das Gefühl, in einer heimlichen Session von David Gilmour, Crippled Black Phoenix und Motorpsycho verloren zu gehen. Akustische und rockige Passagen, mehrstimmige Harmony Vocals im StevenWilson-Stil, engelsgleiche Female-Chöre, verspielte proggige Abfahrten und immer wieder diese typisch skandinavische Melancholie.

Ich höre so viel Potenzial bei diesen Norwegern heraus, bin jetzt schon maximal fixiert darauf, was da als nächstes um die Ecke kommt – hoffentlich ein 75-minütiges Konzept-Album mit schweren Pink Floyd-Anleihen, haha. Die mehrstimmigen Vocals sind beseelt, nie perfekt, aber die Ideen und Melodien, die dynamischen Bilder suggerieren so viele Optionen für mehr. Also bitte schnell wieder Futter für die Ohren!
Bewertung: 13/15 Punkten


Besatzung:
Emil Moen – Guitar, Vocals
Melvin Treider – Drums
Per Semb – Guitar
Sindre Haugen – Bass

Gastmusiker:
Mina Storrud – Choir
Marie Luren – Choir
Helga Tenfold Fridtun – Choir

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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Just For Kicks zur Verfügung gestellt.