Suralin - Every Day Slices Me (EP)

Artwork: Del Zomber

Indie Rock • Krautrock
(11:05; Vinyl, Digital, It’s Eleven Records; 11.09.2026)
Wer selbst in der Deutschen Demokratischen Republik aufgewachsen ist oder sich mit der Historie der sogenannten Neuen Bundesländer befasst hat, wird den Namen Suralin vielleicht kennen. Die bunte Knet- und Modelliermasse kann heutzutage auch noch im DDR Museum in Berlin begutachtet werden. Suralin ist ebenfalls der Name einer Band, die 2009 in Chemnitz gegründet wurde. Nach siebzehn Jahren des Bestehens und der Aktivität feiert das Quartett gleich zwei Premieren. Zum ersten Mal seit Bandgründung veröffentlichen Suralin eine 7“-Schallplatte. Außerdem markiert besagte Veröffentlichung den ersten Auftritt von Suralin in den heiligen Hallen von Betreutes Proggen. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten.

„Every Day Slices Me“ ist die sechste Veröffentlichung von Suralin. Zwei Jahre sind verstrichen, seit die Band ihre bisher letzte Langspielplatte „Nothing Is The News“ rausgebracht hat. Von hier aus knüpft das Quartett nahtlos an und präsentiert einen Indie-Rock-Klang, der zwischen stoischen Krautrock-Rhythmen, fröstelnder Post-Punk-Atmosphäre und farbenfroher Pop-Welt hin- und hertingelt. Man möchte noch Begriffe wie Shoegaze oder Dream Pop in den Topf werfen, bevor ebendieser gut erhitzt und sein Inhalt mächtig durchgerührt wird. Das Ergebnis ist durchaus bekömmlich.

Suralin bescheren ihrem Publikum eine melancholische, emotionale und trotz alledem treibende und aktivierende Klanglandschaft. Elf Minuten lang ist das Quartett konstant in Bewegung und taucht mal in luftige Höhen, mal in nachdenkliche Tiefen. Die kurzweilige EP ist angenehm melodisch und vielschichtig. Suralin haben „Every Day Slices Me“ im LaRox Studio aufgenommen, im Studio Gloom gemischt und gemastert und bei It’s Eleven Records veröffentlicht: Die komplette Produktionskette hat also in Chemnitz stattgefunden. So funktioniert regionale und nachhaltige Produktion heute.
Bewertung:11/15 Punkten

Besetzung:
Steve Lößner: Schlagzeug
Toni Fiegert: Gitarre
Matthias Vogel: Bass
Alexander Warnke: Gitarre und Gesang

Surftipps:
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Abbildungen und Pressematerial: It’s Eleven Records