Scorpion Milk - Flesh Masks For Skulls (EP)

Post Punk • Apocalyptic Crossover • Dark Rock
(25:03; Vinyl, CD, Digital; Peaceville/Edel; 25.09.2026)
Scorpion Milk bewegen sich hier zwischen der düsteren Kante von Killing Joke und The Sisters Of Mercy, etwas The Cure und dem direkten Punkdruck der Ramones, während bei Gang Of Fours ‚What We All Want‘ im Gesang plötzlich eine unerwartete Erasure-/Depeche-Mode-Färbung durchschimmert. Dazu kommen drei neue Stücke, zwei passende Cover und ein Ulver-Remix – kurz gesagt: apokalyptischer Post-Punk mit erstaunlich vielen kleinen Seitenausgängen.
Man fühlt sich unweigerlich in die 80er zurückversetzt, allerdings nicht in die glattpolierte Variante. Die Gitarren sind scharf, die Rhythmen treiben, Mat McNerneys Stimme irgendwo zwischen angepisst, düster und hymnisch. Das klingt weniger nach Retro als nach einer ziemlich schlechten Gegenwart, die musikalisch zufällig in den 80ern hängen geblieben ist.
Mat McNerney ist ohnehin schwer auf eine musikalische Schublade festzunageln: Dødheimsgard, Code, Beastmilk, Grave Pleasures, Hexvessel, Liminal Sky und Scorpion Milk sind nur einige Stationen. Auf Liminal Skys „All Tomorrow’s Darkness“ zeigte er zuletzt die melancholische Prog-/Artrock-Seite, hier darf es wieder dreckiger und direkter werden. Sein Roadburn-Auftritt 2024 mit der Hexvessel Folk Assembly hat mich seinerzeit ziemlich begeistert – Piano, fragile Passagen und plötzlich Black-Metal-Inferno inklusive.
Die drei Eigenkompositionen sitzen, Gang Of Four und DEVO liefern zwei erstaunlich passende Cover, und der Ulver-Remix von ‚All Snakes No Ladders‘ öffnet noch eine elektronische Seitentür. Kurz, dreckig, tanzbar und erfreulich frei von überflüssigem Ballast. Wenn der Weltuntergang schon unvermeidlich ist, darf die passende Musik wenigstens ein bisschen Spaß machen.
Bewertug: 11/15 Punkten
Tracklist:
- ‚Dreaming Skulls‘ (03:54)
- ‚Crushed Under The Weight‘ (05:10)
- ‚Guilty By Default‘ (03:14)
- ‚All Snakes No Ladders (Ulver Remix)‘ (04:10)
- ‚What We All Want (Gang Of Four Cover)‘ (04:16)
- ‚Gut Feeling (Devo Cover)‘ (04:19)

Surftipps:
• Bandcamp
• Youtube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von cmm zur Verfügung gestellt.