Playgrounded - A Flower To Water

Post Metal • New Artrock • Doom
(36:37; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 18.09.2026)
Wer die aktuellen Katatonia, Riverside, Vola und Anathema zu seinen Favoriten zählt, könnte mit „A Flower To Water“ eine gute Zeit haben. Moderner, angenehm düsterer, progressiver Sound zwischen gemäßigt modernem Metal und New Artrock findet sich hier in gut auf den Punkt gespielten Songs wieder.

Die griechische Band, mittlerweile in Rotterdam angesiedelt, erhielt für diese neue Veröffentlichung klangliche Unterstützung in Sachen Mix durch C. Cederberg (Leprous, Anathema) sowie George Tanderø (Madrugada, Satyricon), der das Mastering hierfür übernahm. Intensive Touren mit den Label-Mates von The Ocean und LLNN ließen das Bandgefüge wachsen, gedeihen und mit dieser dritten Rille setzt man Ausrufezeichen.

Der gleichzeitig kühle, aber auch melancholische Stilmix unterscheidet sich durch präsente elektronische Sound-Schichten ein wenig von den oben genannten, wobei gerade die Schweden von Katatonia mittlerweile einen ähnlich progressiven Ansatz zwischen Härte und Elektronik leben.

Schwere, massive Abfahrten – die auch bei Bands wie Junius oder den Deftones nicht unüblich sind – bilden das Fundament, über dem Sänger Stavros meist melancholisch, immer ein wenig mit angezogener Handbremse performt. Die körperlichen und seelischen Auswirkungen durch Verlust sind das omnipräsente Thema des Albums – spürbare Trauer, die Schwere, das Weitermachen, die Stille danach.

‚A Flower…‘ startet noch vorsichtig, deutet an und geht dann in ‚Counting Embers‘ mit Leise-Laut-Struktur, viel Atmosphäre in die Dynamik. Gezielte elektronische Schnipsel, eine dicke Gitarrenwand sind für Freunde von düsterem New Artrock und Prog Metal eine sichere Bank, wobei mir immer wieder mal der Gedanke kommt beim Hören, dass hier handfeste Genre-Stereotypen eine gut angerührte Mische bedeuten.

Es gibt in diesen knapp 37 Minuten keine sichtbaren Fehler – dystopisch, schwermütig verbindet die Band schweren, schleppenden Doom Metal, atmosphärisch-düsteren Post-Sound mit viel futuristischer Elektronik.

‚Someone‘ grummelt langsam und nächtlich. Mit dicken Riffs marschierend, schweben die Synths und man weicht nicht aus dem engmaschig-tristen Korsett aus. Kleine Verschiebungen, massives Aufrollen gibt’s natürlich Richtung Ende und dann leidenschaftet Sänger Stavros auch mal emotionaler, was der Statik des eng gesteckten Rahmens wirklich gut tut. Die angenehm weiche, melancholische Stimme zwischen Jonas Renkse und Mariusz Duda ist natürlich wie geschaffen für das gebotene Terrain der Band, Tempoausbrüche sucht man hier aber vergeblich.

Ein fast reines Ambient-/Synth-Pop-Stück wie ‚Snow‘ setzt stille Kontraste, wissen hier ausnahmslos flächige Synth-Loops und melancholische Vocals das Geschehen zu diktieren. Ein schöner, fast Score-artiger Song, der vom folgenden ‚Of Air And Metal‘ wieder mit kraftvollen Riffs ins Hier und Jetzt geholt wird. ‚..To Water‘ beschließt mit knapp acht Minuten dieses dicht auf den Punkt produzierte Album, was auf subtile Weise mit Stimmungen, Echoes, Reflexionen und vorsichtigen Dynamiken partizipiert. Für Freunde der oben benannten Bands ist Reinhören Pflicht.
Bewertung: 11/15 Punkten


Besetzung:
Odysseas Zafeiriou – Bass
Michael Kotsirakis – Guitars
Stavros Markonis – Vocals
Orestis Zafeiriou – Synths / Sampling
Giorgos Pouliasis – Drums

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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Pelagic Records zur Verfügung gestellt.