Numen - The Outsider
Symphonic Rock • Konzeptalbum
(60:59, 41:04; Doppel-CD, Digital; Astronomy Recording Music/Just for Kicks; 04.07.2025)
Die spanische Formation ist hier mit ihrem Album „Cyclothymia“ aus dem Jahr 2019 vorgestellt worden. Gegründet wurde die Band 1992, jedoch gab es längere Pausen, so dass der Nachfolger von „Cyclothymia“, das bereits 2025 erschienene Doppelalbum „The Outsider“ erst Album Nummer Vier darstellt (wenn man eine EP aus 2023 nicht mitzählt). Da es mittlerweile auch hierzulande (siehe oben) erhältlich ist, ist eine Rezension natürlich längst überfällig.
Oft sind derart lange Pausen auch mit personellen Veränderungen verbunden, die es bei den Spaniern aber nur an zwei Positionen gab, die allerdings nicht unwesentlich sind: beim Gesang und an der Gitarre. Und das gilt auch für das neue Werk, denn der langjährige Leadsänger César Alcaraz ist nicht mehr mit von der Partie, stattdessen übernimmt Sängerin Alba Hernandez diesbezüglich das Kommando, und das bringt dank ihrer kräftigen Stimme eine enorme Veränderung im Bandsound mit sich. Und gleich vorweg: dieser Wechsel macht sich bezahlt, denn sie haben sich viel vorgenommen für das neue Werk, es sollte nämlich eine Art Rockoper werden, und dafür hat man dann auch gleich die richtige Stimme gefunden.
Der instrumentale Opener heißt stilgerecht ‚Overture‘ und richtet sich gleich an Fans des Symphonic Rock, im nachfolgenden ‚Any Day On Urantia‘ kommt Hauptdarstellerin Alba Hernandez erstmals zum Einsatz und zeigt schnell, dass sie ihre Stimme variabel einsetzen kann. Nicht umsonst hat man gelegentlich den Eindruck, die Sängerin könnte auch in Musicals auftreten, von daher ist ihre offensichtliche Routine hier ein gern gesehener Pluspunkt.
Oft geben die Keyboards den Ton an, doch auch der neue Saitenmann Jorge Camarero weiß sich effektiv einzubringen. Auf ‚White Lies‘, dem Abschlusstrack von Act I (sprich CD 1), bekommt er sogar prominente Unterstützung durch Steve Rothery. Die Rhythmustruppe, seit dem Erstling ein eingespieltes Team und auf jedem Album dabei, macht einen guten Job, wobei der Bass an manchen Stellen auch mal an Yes erinnert, was aber nicht ausreicht, um sie gleich mit Yes zu vergleichen. Auch die japanischen Pageant kommen übrigens mal in den Sinn.
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Neben den starken Momenten als Rockband sind auch die verschiedenen klassisch anmutenden Phasen charakteristisch für dieses ambitionierte Album. Die Einsätze von Streichern und Bläsern sind sehr geschickt platziert und tun dem Album gut. Abwechslungsreiche Arrangements sorgen dafür, dass keine Langeweile bei den immerhin über 100 Minuten Laufzeit aufkommt. Starkes Album!
Bewertung: 11/15 Punkten
Disc 1: Act I
- Overture (05:22)
- Any Day On Urantia (08:27)
- Tears Don’t Fall (07:30)
- Temptations (10:34)
- A Bad Feeling (07:56)
- Toys (08:51)
- PRISTIQ (04:46)
- White Lies (07:15)
Disc 2: Act II
- Sophia (03:23)
- Two Natures In An Elevator (04:45)
- He Said No (04:46)
- Test The Wall (06:02)
- How To Cut Your Throat While Shaving (05:17)
- The Abyss Of Nonbeing (03:11)
- The Outsider’s Funeral (06:54)
- Metamorphoseis (06:31)
Besetzung:
Alba Hernández – vocals
Jorge Camarero – guitars
Manuel Mas – keyboards / vocals / arrangements
Victor Arques – bass
Gaspar Martínez – drums
Gäste:
Steve Rothery – guitar
Juanjo Herrera – guitars
Juan Saurin – guitars
Nacho Mañó – bass
Daniel García – percussion
Alisa Wunder – violin
Javier Aram Filiu – violin / viola
Romani Cana – cello
Ana Belda – flute
Rafael Sanchiz Benavent – oboe
Catalina Pérez García – bassoon
Carlos Vicente Mas Devesa – saxophones / clarinet
David Francisco Martínez – trumpet
Héctor Gonzáles Iglesias – trombone
Alejandro Moreno – voiceover
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Abbildungen: Numen