Noekk - Vergessenes

Doom Folk • Progressive Rock • Artrock
(33:20; CD, MC, Digital; House Of Incantation; 28.08.2026)
Ach, wie gemütlich dieser waldig-kauzige Sound von Thomas Helm und Markus Stock (Empyrium). Immer stets herbstlich und mit diesem Hauch surrealer Atmosphäre geistert Helm mit seiner einzigartigen Stimme durch den nächtlichen Wald, sieht den Eulen und Raben bei ihrem selbstvergessenen Spiel zu. Akustische Elemente zuhauf, sehr dicht und nah produziert, eine Art Doom Folk mit progressiver Artrock-Schlagseite.

Das ist wohlig, wenn Flöten, etwas elektrische Gitarren und dieser vorsichtige Ansatz von dunklem Rock Texte von Heinrich Heine in Töne verarbeiten, das innere Auge ständig Laub, Äste und nächtliche Sternbilder erblicken darf.

Wieso dieser eigentlich epische Sound-Ansatz in meist dreiminütigen Stücken und einer Gesamtlaufzeit von nicht mal 34 Minuten endet, finde ich gelinde gesagt ärgerlich, haha. Nein, im Ernst, dieser Hauch skandinavischer Prog bietet so viele Optionen, in die Weite und Epik zu spielen.

Die Musiker wollten’s mal wieder anders, ändert ja zum Glück überhaupt nichts an der stimmigen Gesamtatmosphäre der Rille. Dieses Nach-hinten-Schauen, weg von allem Modernen, Kalten und Menschenfernen, finde ich als Freund von Prophecy-Sounds natürlich mehr als einladend.

Auf liebevolle Weise immer ein wenig anders und schrullig, nutzen die Musiker Mellotron-artige Elegie, kauzigen Folk und sanft verquere, progressive Ansätze. Die Atmosphäre bleibt dank der wie immer sehr kraftvollen Produktion maximal transparent und audiophil ein Leckerbissen. Ja, 33 stimmige, ineinandergreifende Minuten sind natürlich fix vorbei.

Ein wie immer schön melancholisch-eigenwilliges Album, welches aus meiner Sicht nicht ganz an „The White Lady“ heranreicht, aber dank der vertonten Worte von H. Heine zum Träumen und Driften in waldiger Flur den perfekten musikalischen Teppich liefert.
Bewertung: 12/15 Punkten


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Abbildungen: Noekk/Bandcamp