Mother Of Millions - T
Progressive Metal • New Artrock • Symphonic Rock • Pop
(44:41; Vinyl, CD, Digital; ViciSolum Records; 11.09.2026)
Ein Album, ein Statement in Zeiten des Krieges, eine Ode an die Schwachen, die Opfer dieser Gewalten. Die Vorgänger dieser griechischen Band waren ausnahmslos starke Releases, sodass „T“ ein mit Spannung erwartetes Album war. Beseelt, leidenschaftlich und emotional – all das trifft auf „T“ zu, die Dringlichkeit, gehört zu werden, ist aus jeder Pore dieser Rille zu spüren.
Kreativ, mit allerhand melodisch-traditionellen Gimmicks aus dem Heimatland, speist man seinen progressiv/modernen Metal. Tighte Rhythmik, viel Dynamik zwischen vorpreschendem Midtempo und verschachtelt-progressiven Grooves, alles zusammengehalten von emotionalen Vocals, intensiver Performance und allerhand atmosphärischer Akzentuierungen.
Inspiriert von amerikanischen Poeten des 19. Jahrhunderts, aber auch traditioneller Poesie aus dem Heimatland, soll diese Ode an die Schwachen ein Zeichen sein, und dies im Spannungsfeld zwischen Leprous, Karnivool und A Perfect Circle geht von der ersten Sekunde in Mark und Bein. Mit ‚The Wound‘ crasht man bombastisch hinein ins Album, türmt orchestrale Elemente und krachige Heavy-Elemente, dass kein Auge trocken bleibt.
‚The War‘ eröffnet mit Sirenen, pastoraler Melodik, eindringlich-emotionalen Vocals und hymnenhaften Grooves, die fast Pop-/Dance-affine Eingängigkeit mit düsterem Bombast koppeln – sehr kreativ, und dann packt man mit einem epischen Refrain ganz tief in die Pathos-Kiste. Dramatik, Progressivität und wahnsinnig eingängige Melodien machen aus „T“ ein modernes Prog-Album mit Hit-Qualitäten.
Female Vocals/Chöre, schnittige Riffs – es passiert in diesem Orchester in jeder Sekunde alles. Man darf nicht vor Pathos und Weltschmerz zurückschrecken, die Tonalität von Leprous wird zum Glück aus meiner Sicht nicht erreicht. Gerade die mit einem Hauch fernöstlicher Melodik versehenen Melodien greifen jederzeit ins Schwarze und machen aus Tracks wie ‚The Afternath‘ einfach nur bombastische Überflieger, und mit Schmachter/Vokalist George hat man ein Goldkehlchen an der Front, so viel sei versprochen. Fette, brachiale Riffs, symphonische Teppiche und fertig ist ‚The Innocent‘.
Dass die Griechen auch anders können, zeigt das sphärisch-entrückte ‚The Ascent‘ mit Sprach-Samples, Chören und einer geheimnisvollen Atmosphäre – all das erinnert mich positiv an die genialen Amis von Au4. ‚As One‘, ein traditionell griechisches Tänzchen mit weiblichen Vocals, massig Streichern und mannigfaltigem Up-Tempo-Gitarrengewitter. Mit ‚Death‘ hat man ganz am Ende ein einfach nur wundervolles Stück Musik positioniert, welches hoch atmosphärisch und sensibel diese überbordend-emotionale Achterbahnfahrt sanftmütig ausfädeln lässt.
Viele elektronische Flächen ergänzen sich perfekt zum alternativ/progressiven Metal der Griechen, die augenscheinlich im orchestralen Overkill baden wollen und freiwillig mit Pomp, Pop und Kitsch auf Du sind. „T“ ist ein opulentes alternatives Rock-/Metal-Brett, verbindet schwere Rhythmik, hymnenhafte Melodien und Leise-/Laut-Schemata, die über die gesamte Länge des Albums zünden, ohne die melancholischen Stille-Momente komplett draußen zu lassen.
Bewertung: 13/15 Punkten
Besetzung:
• George Prokopiou – Vocals
• Kostas Konstantinidis – Guitars
• Panos Priftis – Bass
• hector.d – Drums
Surftipps:
• Homepage
• YouTube
• Wikipedia
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von All Noir/ zur Verfügung gestellt.

