Kristin Hersh - Sugar On Blackstone
Indie Rock
(41:49; Vinyl, CD, Download; Fire Records; 18.9.2026)
Eine unserer Indie-Ikonen wurde letzten August 60. Das könnte der Grund sein, warum sie ausgerechnet jetzt einen Rückblick auf ihr Kindheitsdomizil in Rhode Island macht, eine Gegend, die sie anscheinend nicht loslässt, da sie mittlerweile wieder dorthin zurückgezogen ist.
Ihre Songs sind textlich teils eine Erinnerung, teils eine Anklage. Wie bei den meisten Menschen sind nicht alle Erlebnisse in der Kindheit oder Jugend schön gewesen. Dennoch geht Kristin Hersh, die ja bereits mit 14 zusammen mit ihrer Stiefschwester das Duo Throwing Muses gegründet hat und mit 28 erstmals solo aktiv wurde, noch positiv mit ihrem früheren Ich um. Aber sie legt auch lieber den Finger in aktuelle Wunden wie Umweltzerstörung, ungerechte Verteilung von Lebensgrundlagen, Drogenkriminalität und dergleichen mehr. Sie ist ja für ihre spröden Songs bekannt und auch diesmal lässt sie sich ausschließlich von einem Cello und einem Schlagzeug zu ihren kargen Songs unterstützen. Für viele Musikfans, auch für mich, dürfte ihre dazu gespielte Gitarre zu unsauber oder unpräzise sein, denn sie klingt eher schrammelig. Dazu diese Stimme. Die klingt genau wie ihre Gitarre leicht verstimmt, und der Indie-Faktor wird dadurch noch einmal wesentlich verstärkt.
Wer die Amerikanerin bisher mochte, der wird auch hier nicht enttäuscht. Alle anderen dürfen gerne mal reinhören in diese wirklich harsche und dystopische (Musik-)Welt.
Bewertung: 9/15 Punkten
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Abbildungen: Kristin Hersh/Bandcamp
