Hansen - Born With A Hammer

Heavy Metal • Power Metal • Hard Rock • Punk Rock
(45:44; Vinyl, CD, Digital; earMusic; 18.09.2026)
Gute Laune. Schlicht und einfach. Kai Hansen scheint auf „Born With A Hammer“ vor allem das zu machen, worauf er gerade Bock hat. Power Metal, Hard Rock, Rock’n’Roll – und tatsächlich auch Punk. Ernsthaft? Ja, ganz im Ernst.
Der Opener ‚Feeding The Beast‘ lockt zunächst auf die falsche Fährte: beste Hansen-Tradition, klassischer Power Metal. Danach öffnet sich der musikalische Gemischtwarenladen. ‚Welcome To Life‘ treibt in Bad-Religion-Manier los und biegt später mit Ska-Rhythmen Richtung NOFX ab. ‚Don’t Care‘ mixt Hard Rock mit elektronischen Dance-Beats und Irish-Pub-/Punk-Attitüde – Festzelt inklusive. ‚Wait And See‘ setzt auf kalte Industrial-Klänge und melodische Hooks und lässt mich unweigerlich an Stabbing Westward denken.
Auch der Titelsong trägt Queen praktisch auf dem T-Shirt: opulent, orchestral und ordentlich aufgeblasen. ‚I.D.G.A.F.‘ wiederum ist 70s Hard Rock mit Elektronik, treibend und maximal straight forward – leider so simpel, dass Eingängigkeit irgendwann in Nervtötung kippt. ‚End Of The Road‘ liefert schließlich die erwartete Helloween-/Gamma-Ray-Power-Metal-Dosis, während ‚Triple Trouble‘ als rasender Speed Punk und ‚Invaders‘ als klassischer, leicht Sci-Fi-angehauchter Heavy Metal noch zwei weitere Schubladen aufzieht.
Dass dieser musikalische Gemischtwarenladen überhaupt halbwegs zusammenhält, dürfte auch an der Besetzung liegen: Neben Hansen treffen mit Eike Freese von Dark Age, Alexander Dietz von Heaven Shall Burn und Dan Wilding von Carcass Melodic Death Metal, Metalcore und Death Metal auf Hansens Power-Metal-DNA. Sohn Tim Hansen bringt mit Induction wiederum Power Metal mit. Eine interessante Mischung – nur schlägt sie sich letztlich weniger in einer eigenständigen musikalischen Handschrift nieder als in einer ziemlich bunten Stil-Sammlung.
Und genau hier liegt mein Problem mit „Born With A Hammer“: Hansen darf offensichtlich machen, worauf er Lust hat. Das ist sympathisch und sorgt für einige nette Überraschungen. Nur wird aus dem musikalischen Spieltrieb selten wirklich etwas. Zu vieles bleibt an der Oberfläche, manches ist schlicht zu simpel, anderes nervt schneller, als es Spaß macht. Ein paar gute Ideen, eine Menge gute Laune – aber zu wenig, was auch nach dem Ende des Albums noch nachhallt.
Bewertung: 9/15 Punkten

Besetzung:
• Kai Hansen – Gesang, Gitarre
• Eike Freese – Gitarre
• Alexander Dietz – Bass
• Dan Wilding – Schlagzeug
• Tim Hansen – Gitarre
Surftipps:
• YouTube
• Wikipedia
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.