Eric Gillette - The Watcher

Progressive Rock • Progressive Metal • Rock
(49:51; CD, Digital; EKG Produktions, Just For Kicks; 25.09.2026)
Der aus Oklahoma stammende US-Amerikaner Eric Gillette dürfte den Meisten durch seine gemeinsamen Aktivitäten mit Neal Morse und Mike Portnoy bekannt sein. Seit 2013 veröffentlicht er in gewissen Abständen seine Solo-Aben, u.a. das 2016 erschienene „The Great Unknown“.
„The Watcher“ ist das für ihn typische Nachfolge-Album. Ganz gleich, ob als Solist oder Sessionmusiker, stets brilliert der Musiker mit solider Handwerkskunst und technischer Fertigkeit. Auch wenn der Amerikaner bisher noch nicht so im Rampenlicht gestanden hat, zu verstecken braucht er sich keinesfalls. Das gilt selbstverständlich auch für seine weitere Bandbeteiligung bei den Progressive Rockern Temic.
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Wie bereits angedeutet ist „The Watcher“ die konsequente Fortführung seiner vorhergehenden Soloalben. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man den Eindruck gewinnen, er beschäftigt auf seinem aktuellen Album eine ganze Reihe gestandener Gastmusiker. Aber weit gefehlt, von Beginn an und bis zum letzten Ton ist er der einzige Akteur. Dass der Multiinstrumentalist noch dazu einen guten Sänger abgibt, ist ein weiterer positiver Aspekt, der dazu beiträgt, das Letzte aus seinen Songs herauszuholen. Dabei bedient er sich aller zur Verfügung stehender Stilmittel, von sanft, einfühlsam über dynamisch, bissig bis hin zu atmosphärischen Momenten. Ob orchestral, bombastisch oder hard and heavy, ein steter Wechsel dieser musikalischen Ausdrucksweisen durchzieht das Album.
Dabei verzichtet er selbstverständlich nicht auf das ein oder andere Solo und verleiht damit den Songs noch mehr Nachdruck und Agilität. Mit jedem weiteren Song gewinnt das Konzeptalbum an Intensität und Tiefgang. Es ist eine cineastische Reise durch Bewusstsein, Identität und die Suche nach Bedeutung, einzig geprägt durch Gillettes Fähigkeiten der musikalischen Umsetzung. Dass er dabei offensichtlich einen gewissen Hang zum Perfektionismus aufweist, den man z.B. auch von anderen amerikanischen Musikern kennt, zeigt die gesamte Umsetzung. Die Arrangements sind in sich stimmig, sauber produziert und auf hohem Niveau abgemischt. Vielleicht fast ein wenig zu glatt, aber wer diesen Sound und diese Form des Progressive Rock liebt und zudem die gleiche Begeisterung aufbringen kann wie Eric Gillette, der wird kein Haar in der Suppe finden.
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Eine gewisse Nähe zum Progressive Rock der Neal Morse Band kann, über die gesamte Spieldauer hinweg, nicht geleugnet werden, was wiederum ganz besonders den Fans viel Freude bereiten dürfte. „The Watcher“ sollte dennoch nicht nur für die Neal-Morse-Fraktion ein Geheimtipp sein, dafür hat das Album doch einiges mehr zu bieten. Zum Schluß sollte noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Eric Gillette nicht nur alle Instrumente bedient, sondern auch verantwortlich für die gesamte Produktion, das Mastering und Mixing ist. Eine Besonderheit ist darüber hinaus, dass das gesamte Artwork ebenso aus seiner Feder stammt.
Bewertung: 12/15 Punkten (JM 11, HR 12)
Tracklist:
1. Part I: The Sleeper (15:06)
I. Overture
II. The Stillness
2. Part II: The Watcher (14:22)
III. Signal Within
IV. Beneath the Mask
V. The Watcher Remains
3. Part III: The Vessel (8:59)
VI. The Light Beneath It All
VII. Torn and Tried
4. Part IV: The Reflection (11:24)
VIII. Shifting Light
IX. The One That Sees It All Alive
X. Fade to Stillness
Total Time 49:51
Besetzung Eric Gillette:
Eric Gillette – all Instruments, Mixing, Mastering, Producing
Surftipps:
• Homepage
• Wikipedia (englisch)
• You Tube
• Reviews, Interviews, Konzertberichte
Abbildungen mit freundlicher Genehmigung: Eric Gillette/EKG Produktions