Andrew Collberg - Hi Hopes

Psychedelic Pop • Synth Pop • Singer/Songwriter
(40:02; Vinyl, CD, Digital; Papercup Records; 25.09.2026)
Dieser junge Künstler aus Köln präsentiert auf „Hi Hopes“ eine Melange aus elektronischem Pop, sanfter moderner Psychedelia und Singer-/Songwriter-Elementen. Wenn Du Dir als Hörer einen Stilmix zwischen Air, den Pet Shop Boys, Chill Out und den glorreichen Mercury Rev ausmalen möchtest, dann bist Du eventuell nicht zu weit weg vom mal seichten, dann auch wieder emotionalen Habitus von Andrew Collberg.

Der Einstieg mit der Single ‚Love Ain’t Free‘ ist mir persönlich zu cheesy, dafür holt mich im Folgenden der Titelsong und das leider viel zu kurze ‚Cold February‘ gut ab, weiß der Künstler hier mit melancholisch-modernem Indie Psych Pop einen Nerv zu treffen, sind Air, die Flaming Lips und sogar manch Steven-Wilson-Song nicht zu weit außerhalb dieses Kosmos. ‚Luxury Apartments‘ ist dann eher Crooner Pop, alles schön in Watte gepackt und somit eher für die chilligen Youngster im Ausgeh-Modus. Nett, aber mir persönlich viel zu gemütlich.

Mit dem kosmischen Space-Pop-Instrumental ‚Hexagonical‘ lässt es sich des Nachts gut durch die Großstadt cruisen – M83 und Co. dürften hier Pate gestanden haben. ‚Mensch‘ und ‚Light In The Dark‘ sind dann erneut sehr Crooner-Pop-affin, integrieren spacige Synths und lässige Melodien. Viele dancige 80s-/Pet-Shop-Boys-/New-Order-Einflüsse grooven und peitschen Dich durch ‚Constellations Of Loving You‘, während ‚Things To Do..‘ mit Flaming Lips und gehörig Brit-Pop-Elementen flirtet.

Wenn am Ende des Albums noch einmal in ‚Side By Side‘ die Beatles laut hier rufen, der balladeske Americana-Abschluss ‚Everything Is Nothing Is All‘ tief ausatmet und in die Weite musiziert, werde ich etwas versöhnlicher, ist mir das Ganze als Gesamtpaket nie schlüssig genug. Wenn Collberg ruhig, melancholisch und psychedelisch agiert, finde ich einigen Gefallen daran, wird es zu farbenfroh und dancy, bin ich am Ende halt der Falsche.
Bewertung: 9/15 Punkten


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Abbildungen: Andrew Collberg/Bandcamp