The Salt Pale Collective - ...And God Said Nothing
Extreme Post Doom
(34:47; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 31.07.2026)
Ein Album der Extreme, ein Album, für welches man als Hörer Aufmerksamkeit, Toleranz und genügend Schlaf mitbringen sollte. Derbe Growls, doomiger, extrem massiver Heavy Sound und gleichzeitig Stille, dunkle, abgründige Atmosphäre und lichtvolle, sakrale Clean-Passagen.
Geigen, Ambient, Trauer und Wehmut, durchkreuzt von drückender Heavyness, die mit klarer Produktion einen postigen Anstrich genießt, nie zu dreckig und sludgig anmutet. Ein eher majestätisches Schleichen, bei dem das Wechselspiel aus pastoraler Melancholie, fast spirituell-kirchlichen Bildern und diesen schroffen Vocals, dem Hauch Funeral Doom plus Elementen von Sludge und Post Metal ein sehr eigenständiges Release ergibt. Ja, man sieht, es ist schwer zu fassen, das Ganze, wobei Amenra wohl der naheliegendste Vergleich sein könnte.
Der Reiz bei „…And God Said Nothing“ liegt tatsächlich in der Balance aus fein und monströs, die es natürlich in vielen Konstellationen extremer Doom-Klänge bereits gab und gibt, nur hier hat das alles seinen ganz eigenen Vibe. Die breit aufgestellte Produktion webt einen dichten Klangteppich, bei dem das Doomige über die eh kurze Gesamtlaufzeit keine Ermüdungserscheinungen erzeugt. Stattdessen lullt einen diese finstere Abfahrt so richtig schön ein, ist weit weg von der kargen Einöde mancher Funeral-Doom-Releases.
‚Our Pale Madonna‘ ist ein kongeniales Beispiel mit seinen acht Minuten Tristesse, die klar gesungenen Chöre nebst weiblichen Hauchen und Growls kommen einfach gnadenlos gut umgesetzt auf den Punkt. Da schwächelt nichts, könnte aus meiner Sicht hier und da sogar noch epischer ausgereizt werden.
Die derben Growls stören mich sonst eher sensiblen Ästheten nicht wirklich, erzeugen die lieblichen, wahlweise choralähnlichen Dopplungen ein spannendes Panorama, welches ich als sehr individuell wahrnehme. Die Übergänge geraten harmonisch, erzeugen sinistre, fast gothartige Ästhetik, bleiben aber immer nah an Nischen-/Post-Metal-Gefilden.
Orgelklänge, mehrstimmig klare Vocals (gefühlte Mönchschöre), Female-Backing-Vocals, traurige, fast scoreartige Stimmungen machen aus dieser Platte der Briten ein spannendes, aufwühlendes Release, welches im richtigen Moment mit kompakter Düsternis explizit finstere Kammern öffnen kann.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: The Salt Pale Collective/Bandcamp
