Modula Nation - The Rift
Freaky Progressive Alternative Rock
(41:53; Vinyl, CD, Digital; Tonzonen Records, 24.07.2026)
In den großen musikalischen Topf passte augenscheinlich ’ne Menge rein. Die verrückten Ösis toben sich auf „The Rift“ ohne viele Grenzen kreativ aus, klingen trotzdem in jeder Sekunde schlüssig und melodisch, und nach und nach wirkt der zuerst sehr unruhige Kessel fast nachvollziehbar.
Man hat auf strange Weise den Schlüssel gefunden, poppige Alternative-Melodien mit spannenden Synth-Momenten zu koppeln – klingt in einer Sekunde hymnisch, atmosphärisch, in der nächsten abgedreht, unter Strom funky, bisweilen fast etwas stressig.
Im Opener ‚Guerilla Nation‘ ist wahnsinnig viel drin. Progressiv darf sich die Band ausrufen lassen, nur nicht im klassischen Prog-Rock-Blickwinkel, sondern eher für ihre Motivation, Dinge in einen Topf zu rühren, die auf den ersten Blick nicht passend erscheinen.
Wie man im folgenden Titelsong dicke Riffs, treibende Rhythmen in einen sich perfekt harmonisch auflösenden Chorus münden lässt, mehrstimmige Vocals (King’s X?) auf abgefahrene Synth-Effekte stoßen lässt, meine Herren … viel Spaß damit!
Richtig böse funky Rhythmik bestimmt ‚Silicon Carne‘ – später türmt sich das unruhige Monster zu einem eingängig-hymnischen Refrain auf. Hier zeigen Modula Nation, wie sich wirre Strukturen, abgefahrener Synth-Rock oder psychedelische Passagen mit gitarrenlastigem Rock einen Pfad zurechtbahnen.
Spannend, energetisch, teilweise mit vorsichtigen Jane’s-Addiction-, Faith-No-More-meets-System-Of-A-Down-Moves ist die Dynamik-Kurve stets auf Anschlag gezogen. ‚Headlights‘ ist moderner, alternativer Synth-Rock, der mit einem Hauch von Post Punk nette Melodik und Kante ineinander verzahnt. ‚Shred‘ wiederum ist schon etwas ADHS-Wahnsinn, haha … und wildert mit viel Unruhe, Samples und wirren Abfahrten durch den eigenen Mindfuck.
Sphärische Synths sind aber auch hier der Soßenbinder, was immer wieder spannend ist und für die bandeigene Qualität zu Buche steht. Easy-Listening-Grooves, spanische Vocals, fordernder Jazz Rock, ein lässiges Saxofon gibt’s im Rausschmeißer ‚Soul Fever‘ und ja, etwas zu viel Pulver von System Of A Down wurde im Gesang mit ins Gefecht genommen.
Kreativ ist das alles, frisch und unverbraucht klingt die Platte, macht als Ganzes mit den vielen Grooves, mehrstimmigen Vocals und Genre-Offenheit für den dafür offenen Hörer Spaß, keine Frage. Ich bin mit der Stimme von Sänger Heinz Wallner nicht immer auf Du, kann mit dicken Funk-Riffs/Grooves eher selten etwas anfangen, und das bringt die Abzüge in der B-Note.
Wie die Band aber ihre hymnischen Momente (‚The Breakout‘) und futuristisch-orchestralen Elemente zusammenführt, hat Schmackes, auch wenn es wenig zum Verschnaufen gibt. „The Rift“ ist definitiv ein spannendes modernes Progressive-/Crossover-Rock-Album, man muss nur dafür ausgeschlafen in den Ring treten.
Bewertung: 10/15 Punkten
Besetzung:
• Heinz Wallner – Vocals Percussion and Synths
• Ricardo Paz – Bass and Synths
• Philipp Pluhar – Drums
• Markus Steinrück – Guitar
Surftipps:
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Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Tonzonen Records zur Verfügung gestellt.
