Message – The Dawn Anew Is Comin’ & From Books And Dreams

Krautrock • Hard Rock • Psychedelic • Jazzrock
(39:51, 46:50; CD, Digital; MiG Music; 26.06.2026)
Eine weitere Ausgrabung des umtriebigen MiG Music Labels betrifft die deutsch-britische Band Message, die 1968 von Bassist Horst Stachelhaus gegründet wurde, der später auch bei Birth Control aktiv war.1970 stieß Gitarrist Allan Murdoch hinzu, der seinen musikalischen Wegbegleiter Tommy McGuigan gleich mitbrachte. Über ihn kam auch der Kontakt zum langjährigen Nektar-Keyboarder Allan „Taff“ Freeman zu Stande, der hier als Gast auftaucht. Message und Nektar spielten gemeinsam auf einigen Festivals und blieben freundschaftlich verbunden.

Der kurze Opener ‚Changes‘ erinnert durch die zwei Gitarren gleich ein bisschen an Wishbone Ash. Interessant wird es auf dem nachfolgenden Titelsong, ein schönes Stück mit ersten leichten Tendenzen hin zum Progressive Rock. ‚Heaven Knows‘ ist mit knapp zehn Minuten Spielzeit der längste Song des Albums. Zu Beginn streifen sie den Symphonic Prog Bereich, setzen Spinett und Mellotron ein und sorgen für ein sehr schönes Intro. Sänger McGuigan weiß zu überzeugen, die Gesangsmelodien gehen gut ins Ohr, die Gitarre erinnert bisweilen auch an die legendären Hagener Kollegen von Grobschnitt. Somit wird der Song zu einem Highlight dieses Doppelalbums. Auch der letzte Song der LP-Fassung, ‚When I’m Home‘, fällt wieder sehr gitarrenlastig aus, McGuigan setzt als Sänger wieder seine Akzente, gerade wenn er ein bisschen ins „rauchige“ Timbre wechselt. Als Bonus-Tracks folgen A- und B-Seite ihrer ersten Single aus dem Jahr 1970 (wobei die B-Seite deutlich besser zu gefallen weiß).

Ein Jahr nach ihrem Debütalbum erschien 1973 das Nachfolgewerk „From Books And Dreams“, auf dem sie auf Quartettgröße geschrumpft sind. Gitarrist Billy Tabbert hatte die Band verlassen und mit Günther Klingel war ein neuer Schlagzeuger an Bord. Man startet recht eigenwillig ins neue Album mit einer psychedelischen Nummer mit gesprochenen Texten und diversen Effekten. Das klingt schon deutlich anders als der Erstling und lässt einen leichten Richtungswechsel hin mehr zu experimentellen Klängen vermuten. Und das bestätigt dann auch der erste Longtrack, die ‚Dreams‘ von ‚Dreams And Nightmares‘, denn hier gibt es jetzt lange, improvisierte Gitarrenexkursionen und auch Saxophoneinlagen. Ebenso der zweite Teil dieses Songs (‚Nightmares‘) schlägt in die gleiche Kerbe. Überraschende Wendungen, Stimmungswechsel, Improvisationen, alles eher im Psychedelic Bereich zu verorten, wobei allerdings auch Jazzrock Elemente eingestreut werden. Und auch hier gibt es am Ende wieder A- und B-Seite einer Single als Bonus, also wieder kurze Nummern, die allerdings so gar nicht zum restlichen Album passen.

In Zusammenhang mit den vorliegenden Aufnahmen fallen wieder einige bekannte Namen, die üblichen Verdächtigen sozusagen: angefangen mit (weil es so schön ist) dem Audio Mastering Experten Willi Dammeier vom Institut für Wohlklangforschung, der auch auf dieser MiG Produktion verantwortlich zeichnet. Produzent ist Peter Hauke, auch bekannt durch sein Wirken mit Nektar, Krokodil, Hölderlin, Pell Mell, Nine Days Wonder, um nur einige zu nennen. Aufgenommen wurde das Ganze in Stommeln im Studio von Dieter Dierks, die interessanten Album Cover stammen von Klaus Holitzka bzw. Helmut Wenske.
Bewertung: 9/15 Punkten


Disc 1: The Dawn Anew Is Comin‘

  1. Changes (03:43)
  2. The Dawn Anew Is Comin’ (08:42)
  3. Evil Faith And Charity (04:03)
  4. Heaven Knows (09:51)
  5. When I’m Home (07:46)
  6. Smile (02:13)
  7. Painted Lady (03:31)

Disc 2: From Books And Dreams

  1. Sleep! (02:54)
  2. Dreams And Nightmares (Dreams) (12:41)
  3. Turn Over! (04:00)
  4. Sigh (08:08)
  5. Dreams And Nightmares (Nightmares) (13:28)
  6. Sunshine Girl (02:53)
  7. Bubble Gum (02:46)

Besetzung:
Tommy “Tam” McGuigan – vocals / sax / mellotron
Horst Stachelhaus – bass
Allan Murdoch – guitars
Gerhard Schaber – percussion / vocals on Disc 1
Billy Tabbert – guitars / spinet / vocals on Disc 1
Günther Klingel – drums on Disc 2

Gast:
Allan „Taff“ Freeman – vocals / mellotron

Surftipps:
Discogs

Abbildungen: MiG Music