Marcus Schinkel’s Supertramp Tribute, 28.02.26, Bonn, Harmonie

Auch dieses viel zu lange unbesungen gebliebene Konzert war so etwas wie die Neuauflage eines herrlichen Live-Erlebnisses ziemlich genau ein Jahr zuvor, am gleichen Ort. Der schwer überfällige Lobgesang kann also kompakt ausfallen.
Live-Fotografie: Timo Riedel

Der Tribute Gig am gleichen Ort, am Abend zuvor von The Watch, hätte aufgrund des biblischen Altersdurchschnitts und grausilbernen Haarpracht großer Teile des Publikums unter dem Motto „Amazing Greys“ stehen können. Proppenvoll war es auch am 28.02. Aber die Musik von Supertramp zieht offensichtlich auch etwas jüngere Zuhörer als die der „klassischen“ Genesis. Und auch mehr weibliche Besucher, konkret Pärchen, die im Laufe des ersten Sets immer nostalgischer und schmusiger zu werden scheinen.

Besser als mit ‚School‘ kann ein solcher Abend ja gar nicht losgehen.

Das folgende ‚Ain’t Nobody But Me‘ ist kein solcher Megahit. Aber mit einem lasziven Rhythmus, starken Saxophon-Parts und im Falle der rheinischen Tribute-Band mit einem großartigen Gitarrensolo gesegnet.

‚The Logical Song‘ und ‚Bloody Well Right‘ machen niemals Gefangene, so auch an diesem Abend.

Für ‚Hide In Your Shell‘ wechselte Zeremonienmeister Marcus ans Schifferklavier.

Vor ‚You Started Laughing‘ fragte Gitarrist Udo sich und uns „Darf man das eigentlich? Klezmer, Kirmesmusik und Radiopop zusammenrühren?“ Alle erteilten in Sekundenschnelle Absolution, wenn es doch dabei so beglückend schön klingt.

‚From Now On‘ bringt Marcus’ Melodica an den Start, während ‚Dreamer‘ mit seinem strahlenden Falsett-Gesang und einer Glockenspiel-Coda die Pause einklingelte.

Set 2 begann laut der schütteren Erinnerung des Autors mit ‚Crime Of The Century‘ und der Ansage „Eines der schönsten Stücke, die je geschrieben wurden“, laut der Auflistung auf setlist.fm aber mit ‚Rudy‘. Fest steht wohl, dass Marcus für den ersten Song des zweiten Teils an die schon optisch sensationelle Laserharfe wechselte.

Marcus Schinkel Setlist Harmonie, Bonn, Germany 2026


Erneute Abweichung: Laut eigenen Aufzeichnungen war nun eine weitgehend akustische Fassung von ‚Know Who You Are‘ am Start, von dem die Setlist aber nichts weiß. Einigkeit besteht wieder bei der grandiosen ‚Fool’s Overture‘ und dem passenden Rausschmeißer ‚Take The Long Way Home‘.

Zugaben: ‚It’s Raining Again‘ und ‚Two Of Us‘, mit einem herrlichen Drumsolo von Wim und einem kleinen ‚Smoke On The Water‘-Zitat. Wenn „gecoverte“ Musik, dann so.



Line-up:
Sascha Dücker – voc
Willem Beuss – voc & keys
Udo Klopke – voc & git, musical director
Reto Mandelkow – voc & sax
Marcus Schinkel – keys, melodica, akkordeon, laserharp
Markus Bender – bass
Wim de Vries – drums.

Surftipps zu Marcus Schinkel:
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Wikipedia
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