Sparta - Cut A Silhouette

Sparta - Cut A Silhouette

Post Rock • Hardcore
(33:06; Digital; Rude Records, 29.05.2026)
Seit über zwanzig Jahren erscheinen regelmäßig Alben der Post-Hardcore-Band aus El Paso, Texas. Nicht immer stimmte die Qualität, doch mit ihrem neuen Album scheinen sie wieder auf dem Weg nach oben. Jim Ward und Co. haben sich ordentlich ins Zeug gelegt und spielen schnörkellos ihren Stiefel runter. Dazwischen zwei oder drei ruhigere Tracks und schon ist ein Album fertig. Sind zwar nur kurze 33 Minuten, aber lieber so als unnötige Füller.

Zehn Songs in so kurzer Spielzeit bedeuten aber, dass die Band es schaffen sollte, die Aufmerksamkeit des Hörers hochzuhalten. Das schaffen sie auch. Es rumpelt, es rockt, es knistert auch mal wie bei ‚Midnights‘. Die Atmosphäre ist dabei stets stickig, wie in einem kleinen Club, wo sich die Musiker schweißgebadet die Seele aus dem Leib spielen. Spätestens nach dem dritten Durchgang sitzen die Songs im Hirn und krallen sich dort fest. Musik muss nicht immer kompliziert und verkopft klingen. Manchmal reichen ein Bass, Gitarre und Schlagzeug mit eingängigen Ideen, um Stimmung zu erzeugen. Eingängig ist natürlich immer gefährlich und driftet gerne in Seichte über, doch diese Gefahr besteht hier nicht.

Neben vitalen und mit voller Energie geladenen Tracks wie ‚Split Lip‘ oder ‚Mouthbreather‘ geht es aber auch mal herzschonender zur Sache, wie im gemächlichen ‚See You Soon‘ oder im als Rausschmeißer fungierenden ‚Glimmer‘. Dazwischen explodieren sie aber immer wieder, und das quirlige ‚Everything You Say‘ ist dabei ein Highlight. Was für eine Wucht!

Obwohl diese Art von Musik nicht unbedingt zu meinen Favoriten zählt, fühle ich mich dennoch wohl dabei. Es ist diese rohe Energie, die mich überzeugt und die manchmal eben sein muss, um der Welt da draußen zu zeigen, dass man noch an etwas Positives glaubt. Der innere Akku wird aufgeladen, und man fühlt sich gestärkt. Wer sich also mental mal stärken möchte, dem empfehle ich dringend einen Hörtest.
Bewertung: 11/15 Punkten


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Abbildungen: Sparta/Bandcamp