Red Dwarf Star - Red Dwarf Star

Alternative Prog • Experimental Shoegaze
(39:58; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 03.07.2026)
Der Maserati-Musiker Coley Dennis mit neuem Projekt und auch neuer musikalischer Ausrichtung auf Pelagic. Ein Umzug aus den USA in die Schweiz, viele persönliche Umbrüche, Heimweh, Verlustangst und Veränderungsprozesse machen aus Red Dwarf Star ein sehr persönliches Statement.

Mit-Musiker wie Blaise Brechbühl (Ex-Kruger) oder Mathias Poese von den Leipziger Post Rockern Jeffk sind nur einige Namen, die am rohen, sehr eigenwilligen Sound dieses Projektes kreativ beteiligt sind.

Irgendwo grob zwischen Sunny Day Real Estate, The Appleseed Cast, Oceansize und Trail Of Dead offeriert sich ein Sound, der am Ende doch irgendwo eine eigene Fußnote besitzt – alternativ-sperriges mit Shoegaze, Indie und Prog-Versatzstücken kombiniert und über 40 Minuten mit perlenden, aber auch kratzbürstigen Gitarrensounds sehr roh in seiner Ausrichtung bleibt.

Die Nähe zum Main-Act Maserati ist eher schemenhaft auszumachen, wissen auch hier Nuancen aus elektronischem Rock und Kraut-Elementen ihren Platz im unruhigen Sound-Fundament zu finden.

Man schwebt sich in ‚Le Mur Du Son‘ mit viel Melancholie hinein – nur ein Hauch von Vocals, diese Kombination aus fragilen und schroffen Gitarren, wogende downbeatige Dynamik-Wellen und fertig ist der Sound von RDS. Nichts Glattgebügeltes, immer ein wenig wie direkt im Studio eingezimmert, und so weiß der Funken auf spezielle Weise zu zünden, ohne das RDS in den ganz großen Moment finden.

‚Ex-Patriot‘ groovt gut im Up-Tempo nach vorne, bleibt dabei schön im Ohr hängen – verfremdete Vocals/Vocoder und dominanter Bass kennzeichnen den futuristisch anmutenden Song. Ein bisschen A Perfect Circle schwingt in ‚Le Virage‘ mit, angedeuteter Druck und vertrackte Rhythmik haben auch was vom sperrigen Alt Rock der guten Quicksand. Die verfremdeten Vocals senden unklare Sympathie-Signale aus, so viel ist sicher.

Atmosphärisch ist das alles jederzeit, meist zwischen schleppend, hymnisch-vertrackt und widerspenstig, speist das Song-Material somit aus verschiedenen Ansätzen und Töpfen. ‚Dream Sequence‘ taucht leider viel zu kurz mit weiblichen Gast-Vocals in gespenstisch-balladeske Untiefen, während die drei epischen ‚Twin Suns‘, ‚Thorns‘ und ‚Kiss‘ am Ende der Platte mit Tiefgang die Aufmerksamkeitsspanne nochmal gehörig an sich reißen. Eine noisige Wall of Sound weiß vor allem im Abschluss-Track einiges frei zu schaufeln.

Hier findet man Einflüsse von Slowdive, aber auch die ausufernden Amplifier oder Oceansize als Echo wieder, was ja nicht die schlechtesten Referenzen sind. Die Vocals sind ein Spalter und somit ist dieses Selbstbetitelte ein Album, welches in seiner Verschrobenheit entdeckt werden will und am Ende mit doch ganz eigenem Geschmäckle daherkommt.
Bewertung: 11/15 Punkten


Besetzung:
Coley Dennis – guitar, vocals
Mathias Poese – Keffk
Blaise Brechbühl – bass
Alessandro Pascolo – drums

Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Hold Tight PR zur Verfügung gestellt.