Hupo - A Few Sparks


Instrumental Rock • Krautrock • Postrock •
(1:06:30; Digital; 1724 Records; 02.06.2026)
Fernöstliche Rock Musik ist doch von Hause aus immer spannend. Die Frage ist, wie weit die traditionelle Musik innerhalb der klassischen Rock Musik-Konventionen Räume bekommt und sich so zu originellen Klängen verbinden lässt.

„A Few Sparks“ geht mit fast 70 Minuten in die Vollen, beginnt mit dem wunderschönen, sehr lässigen Opener ‚Melodic Odyssey‘ fast zehn Minuten auf faszinierende Weise diese Reise. Ein entspannt unaufgeregter Groove – ein langsamer, mit vielen feinen Gitarrenspuren und ambienten Texturen verdichteter Reigen, bei dem Flöte und Saxophon auf ganz spannende Weise immerzu ihren Platz suchen.

Post Rock und sanfte schwebende Psychedelia fließen wie selbstverständlich als Farbtöne ineinander. Hypnotisch und maximal im Kraut Rock-Flow aufgehend folgt dann das treibende ‚Off The Spring‘, nutzt den organischen Vibe der Instrumente, die Gitarren perlen selbstvergessen und immer wieder kommen knarzige Riffs an die Oberfläche, haucht man kleine Vintage Rock-Passagen mit hinein ins Geschehen.

Ein bisschen Lanterna oder die Dänen Papir mit natürlich dem extra Hauch Fernost und ‚Waterweeds‘ ist mit seiner driftenden Trip-Rock Patina ein perfektes entschleunigtes Beispiel eben dieser Qualität der Chinesen. Dass am Ende sogar noch etwas Noise und Rausch als Bonus ausgeschüttet wird, schadet der Dynamik keineswegs. Hypnotisch mahlen die Gitarren und kommunizieren hervorragend zur blauen Stunde miteinander.

‚A Thousand Hills‘ kombiniert wieder diese einfach nur grandios perlenden Gitarren-Akkorde mit nem Hauch einheimischer Melodik, sanftmütige Flöten verschieben immer etwas Richtung moderner Psychedelia – alles hoch musikalisch mit ambienten Breaks und spannenden fernöstlichen Instrumentarien.

Furztrockener Kraut Rock in ‚Millet Fields‘ erdet die Platte temporär – auch hier gibt’s knarzige Akkorde im Sekundentakt zum stoischen Beat. Fantasievoll verzaubert ‚Evernight Unending‘ dann in über neun Minuten, fließt langsam und melodisch durch den Äther, wird am Ende noch vielseitig progressiv und fordernd. Einen sanften Hauch Melancholie – in jedem Fall mit friedlichem Stimmungsbild verhaftet – schafft der Sound der Chinesen einen angenehmen Raum beim Hören.

Akustische Psychedelia, lieblichste Flöten umgarnen einen in ‚Soulstep Highland‘ – The Amazing trifft auf Mountains of Jura, trifft auf frühe Camel. Das abschließende zwölfminütige Jam ‚West Of Taibai‘ ist schnell im treibenden Flow, feine Effektgitarren, monotone Rhythmik etwas Noise auf den Amps beschließen somit eine sehr spannende und empfehlenswerte instrumentale Platte.
Bewertung: 12/15 Punkten


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Abbildungen: Hupo/Bandcamp