Trion - Terra Tiempo

Symphonic Prog
(1:00:38; CD, digital; Oskar Records; 30.03.2026)
Der Name Trion ist schnell erklärt, nämlich als Zusammensetzen von Trio und Mellotron. Es gibt gleich mehrere Bands dieses Namens, allerdings sind weder die deutschen Fusionband noch die Argentinier gemeint, sondern das holländische Trio bestehend aus Keyboarder Edo Spanninga (Flamborough Head), Eddie Mulders (Flamborough Head, Leap Day) und Schlagzeuger Menno Boomsma (Odyssice). Und die drei Herren versinnbildlichen die obige Erklärung des Namens perfekt. Dabei sind die beiden Erstgenannten erst kürzlich mit ihren Soloalben
„The Past Is A Foreign Country“ (als E.D.O.) und „The Trail“ sowie Leap Days Album „When Gravity Wins“ auf diesen Seiten vorgestellt worden. Odyssice wiederum scheint Geschichte zu sein – oder sie machen gerade eine längere Pause.

Das Trio veröffentlichte 2003 mit „Tortoise“ ihr Debütalbum, dem in immer größer werdenden Abständen zwei weitere Alben folgten, und nun nach satten 13 Jahren Pause also Album Nummer Vier, „Terra Tiempo“. Erneut (natürlich) als Trio eingespielt, Gastmusiker wurden nicht benötigt. Und wenig überraschend sind sie ihrem Stil treu geblieben, und das bedeutet Wohlfühl-Symphonic-Prog. Und dazu gehören weder heavy Parts noch abgedrehte Frickelorgien.

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Longtracks hat der Hörer nicht zu erwarten, stattdessen insgesamt zwölf Tracks mit Spielzeiten zwischen drei und sieben Minuten. Das Werk könnte als reines Instrumentalalbum durchgehen, wären da nicht zwei Songs, in denen Drummer Boomsma zum Mikro greift. Man merkt bei den betreffenden Songs dann schon, dass das nicht unbedingt sein bevorzugtes Metier ist und diese beiden Nummern damit nicht gerade zu den Highlights des Albums zählen.

Denn das sind eher Tracks wie ‚The Return Of Jemetrion‘, hier wird ihre Herkunft deutlich, denn es werden zwei der ganz großen holländischen Progbands in Erinnerung gerufen, nämlich Focus und Trace. Ein wunderschöner Song mit typischer Focus Gitarre und ebenso typischen Rick van der Linden Keyboards – und natürlich auch mit perfekt passenden Mellotronarrangements. Genau das sind die Stärken dieser Formation. Schon das als Opener dienende Titelstück zeigt die gut austarierte Mischung aus gitarren- und tastendominierten Passagen.

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‚Melloreed‘ hat – natürlich – Mellotron im Programm, aber auch einen kurzen Akkordionpart. Als ‚Intermission‘ folgt eine Keyboardnummer, die zunächst mit Synthesizern startet, um dann in einen Soloklavier-Ausflug überzugehen. Nanu, was kommt denn jetzt? Chorgesang in allerbester „King Arthur“ Tradition, sind wir plötzlich auf dem legendären Album von Rick Wakeman gelandet? So klingt es zumindest die ersten 90 Sekunden, danach steigen Schlagzeug, Gitarre, und Tasten im typischen Trion Stil ein – und auch etwas unsicher wirkender Gesang, der die Qualität der Instrumentalisten leider bei weitem nicht erreichen kann. Aber, wie bereits erwähnt, es betrifft nur zwei Songs. ‚Far Away‘ bietet dann wieder lyrischen Symphonic Prog mit Mellotron, akustischer Gitarre und glockenspielartigen Tönen.

Das Album bietet nichts wirklich Neues im Trion-Kosmos, aber den Genrefan dürfte es freuen, dass sie mit solch einem feinen Album zurück sind.
Bewertung: 11/15 Punkten


Tracklist:

  1. Terra Tiempo (5:23)
  2. Nautilus (6:31)
  3. The Return of Jemetrion (4:38)
  4. Aftertouch (3:43)
  5. Melloreed (3:45)
  6. Intermission (3:57)
  7. Red Dust (7:13)
  8. Far Away (5:04)
  9. One (5:19)
  10. Growing Clouds (3:21)
  11. Paradox Groove (5:17)
  12. Space For Everybody (6:27)

Besetzung:
Edo Spanninga – keyboards
Eddie Mulder – guitars / bass
Menno Boomsma – drums / percussion / additional keyboards / accordion / vocals

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Abbildungen: Trion