Ok Goodnight - stop/go

Progressive Metal • Alternative Rock • Progressive Rock
(47:28; CD, Digital; De Ligma Records/Just for Kicks; 12.06.2026)
Das Berklee College of Music in Boston ist vor ca. 30 Jahren erstmals einem größeren Kreis von Musikfans durch die Band Dream Theater bekannt geworden. Die haben dort zusammen studiert und das Traumtheater gegründet. Der Rest ist Geschichte. Dasselbe kann man jetzt über die Band Ok Goodnight schreiben. Auch sie haben dort Musik studiert und ihre Musik klingt denn auch nach……..District 97. Naja, zumindest in großen Teilen. Zum ersten besitzen sie ebenfalls mit Casey Lee Williams eine großartige Sängerin, die Leslie Hunt durchaus das Wasser reichen kann. Dann sind die einzelnen Musiker ebenfalls auf allerhöchstem Niveau und zu guter Letzt sind auch die Tracks alle irgendwie schräg und weit entfernt von Wohlfühlmusik. Gute Voraussetzungen also.
Bereits der Opener ihres dritten Albums „No Sound“ erschlägt den Hörer mit diversen Soundattacken, aber auch mit viel Abwechslung und musikalischen sowie technischen Fähigkeiten. Wer da bereits abwinkt, kann sich das restliche Album sparen. Denn es wird auch in den nächsten Tracks keine Wohlfühlzonen geben. Dafür reichlich schräge Ideen, harte Gitarreneinschläge, knüppelnde Drums und treibender Bass, sowie halt diese Stimme von Williams. Diese Frau beherrscht das gesamte Repertoire an Stimmungen, winselt, schreit, flucht, wehrt sich gegen die immer wieder auftauchenden elektronischen Verfremdungen. Wenn es dann mal ruhiger zugeht wie anfangs in ‚The Game‘, singt sie aber auch wie ein zahmes Kätzchen…….bis zum nächsten Ausbruch, der dann auch mit Wucht kommt.
„Stop/go“ ist eines dieser Alben, die erobert werden wollen. Ihr Gemisch aus progressivem Rock mit Metal und Alternativanleihen machen das manchmal sehr komplexe Rhythmus-Geflecht abwechslungsreich. Dass die Musiker dazu technisch versiert sind, wundert eigentlich niemanden. Dennoch empfinde ich das Album etwas zerfahren in der Songfolge, vielleicht ist es mir aber tatsächlich etwas zu sperrig im Vergleich zu anderen Veröffentlichungen in diesem Bereich.
Für Musikfans, die eine absolut tolle weibliche Stimme in einem insgesamt komplexen Album mit viel Abwechslung suchen. Hier werden sie fündig.
Bewertung: 10/15 Punkten

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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Holdtight zur Verfügung gestellt.