Muddy What? - Neon Soul

Muddy What - Neon Soul / Artwork by Ina SpangBlues • Rock
(49:00; Vinyl, CD, Digital; Howlin‘ Who Records; 12.3.26)
Die Gewinner des German Blues Challenge 2021 aus München bringen mit ‚Neon Soul‘ ihr bereits 6. Album unter die Fans. Die Band selbst bezeichnet ihre Musik als Blues für Menschen, die offene und lebendige Musik wünschen, ohne in starren Mustern zu versauern. Dass sie dabei auch auf fremde Kompositionen von Bob Dylan oder Jimi Hendrix zurückgreifen, mag den Hörer im ersten Moment wundern, ist aber wegen ihrer modernen Spielart nachvollziehbar.

Fabian Spang ist der Macher der Band und komponiert alle Tracks, außer halt die Coverversionen. Und das macht er gut. Einen Song wie ‚Letters On A Line‘ so einfühlsam zu interpretieren wie die Band das hier macht, dürfte nicht nur Prog- oder Bluesfans gefallen, sondern eigentlich jedem Fan von Rockmusik. Starre Schubladen gibt es hier nicht. Vielmehr klingt das Album eher wie eine gute Mischung aus allen erdenklichen Stilen der modernen Musik. Das ist mal rockiger wie der Titeltrack, mal könnte man aber auch herrlich mit seiner Partnerin schwofen wie im langsamen ‚Tales Unveiled And Secrets Sealed‘. Je, die Münchner wildern in vielen Stilen herum, was das Album sehr abwechslungsreich und interessant macht.

Die Geschwister Fabian (Gitarre, Gesang) und Ina Spang (Gitarre, Mandoline) werden dabei von Michi Lang am Schlagzeug und Bass unterstützt. In Tracks wie ‚Uncontainable‘ wird das besonders effektvoll umgesetzt. Aber Proggies tanzen ja nicht…..wobei dieses Album ja gar nicht für Progfans gedacht ist, sondern für offene Musikfreunde, die anspruchsvolle Musik auch mal aus Deutschland goutieren. Dazu einige Fremdkompositionen, wie oben bereits erwähnt. Da ist mir besonders ‚Blind Willie McTell‘ von Bob Dylan ins Ohr gerutscht mit seiner effektvollen E-Gitarre.

Für Musikfans, die nicht in starren Mustern hängen, ist dieses Album eine Entdeckung wert. Da mir die Band bisher völlig unbekannt war, werde ich mir jetzt mal ihren Backkatalog anhören.
Bewertung: 11/15 Punkten


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Abbildungen: Muddy What?/Bandcamp