Lake - Four

LAKE - FourWestcoast-Rock • Poprock
(42:32; CD, Digital, Vinyl; LAKE/OPEN – The Orchard; 05.06.2026)
Genau fünfzig Jahre nach ihrem Debüt kommt mit „Four“ ein neues Album der Band aus dem Norden Deutschlands in die Läden. Genau genommen ist es das zehnte, aber außer auf den ersten drei hatte die Band anschließend nicht mehr viel mit der Anfangsformation zu tun. Doch jetzt sind wieder vier Originalmitglieder zusammen. Was bewegt also Mittsiebziger dazu, sich noch einmal den Stress einer Aufnahme anzutun? Dazu auch noch einen Spitzendrummer aus den USA in Person von Kenny Aronoff zu engagieren?

Die Antwort ist einfach: wer wie ich den Sound von LAKE bereits in den 70ern genossen hat, der wird begeistert sein. Die Originalmitglieder hatten wieder echt Bock. Es hört sich an wie damals, als wäre die Zeit stehen geblieben. Alle anderen, die LAKE damals nicht kennenlernten, dürfen sich gerne anschließen und auch wenn die Musik kein Prog ist, so ist sie doch für Deutschlands Musikszene wichtig. Die Jüngeren unter uns wissen es vielleicht nicht, aber LAKE waren vor fünfzig Jahren eine sehr erfolgreiche Band mit einem Westcoast-Sound, den man in Deutschland nicht für möglich hielt. Also in gewissem Sinne doch progressiv……. Dazu waren sie noch mit einer großen Tournee erfolgreich in den Staaten unterwegs. Tracks wie ‚Hey Sam‘ oder ‚The Road Is Long‘ sind auch in der heutigen Zeit relevant und nötig, um sich mal wieder handgemachter Musik hinzugeben. Oder ‚This Can’t Go On‘. Klasse gemacht mit viel Drive und typischem Gute Laune- und Sonne-Feeling. Unerwähnt sollte auch der Einstieg ins Album mit ‚Boy On A Mission‘ nicht bleiben. Da ist man als Hörer sofort hellhörig und aufmerksam. So einfach kann geile Mucke klingen.

James Hopkins-Harrison, der Originalleadsänger, verstarb leider schon 1991 und wird auf diesem Album von zwei Gastsängern ersetzt, die beide einen sehr guten Job machen. Dass die restlichen Musiker allesamt Könner an ihren Instrumenten sind, hört man immer noch. Ob die Gitarre mit Alex Conti, die Tasten mit Detlev Petersen und Geoffrey Peacey oder der Basser Martin Tiefensee, sie sind allesamt voller Spielfreude. Und genau diese Lockerheit geht ja leider vielen Künstlern heutzutage ab. Vielleicht liegt es an ihrem Alter, vielleicht aber sind sie sich ihres eigenen Könnens einfach nur bewusst und müssen niemandem mehr etwas beweisen. Lange kein Album mehr gehört, das mir soviel Spaß bereitet hat. Auch ohne Prog. Dafür mit viel Gefühl und, ich gebe es ja zu, einem gewissen Nostalgieblick. Oder Hör….
Bewertung: 11/15 Punkten


Rob Reynolds – Lead and Background Vocals
Ian Cussick – Lead and Background Vocals
Alex Conti – Guitars and Background Vocals
Martin Tiefensee – Bass
Geoffrey Peacey – Organ, Clavinet, Keyboards and Background Vocals
Detlef Petersen – Piano, Wurlitzer, Akkordeon, Keyboards and Background Vocals

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Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von LAKE/Frank Pagen