Ed O'Brien - Blue Morpho

Ed O Brien - Blue Morpho / Artwork Robbie SimonPsychedelic • Ambient
(38:18; Vinyl, CD, Digital, Cassette; Transgressive Records/PIAS; 22.05.2026)
Radiohead war Ende der 90er und Anfang der 2000er eine meiner Lieblingsbands. Die damaligen Veröffentlichungen waren weit entfernt vom Mainstream, hatten eine völlig eigene Identität und…..waren dennoch mega erfolgreich. Ed O’Brien war der Gitarrist und, ehrlich gesagt, er war unserer Welt immer etwas entrückt. Ein Künstler, der nur für seine Kunst lebt und nach der Pause mit Radiohead auch nichts mehr veröffentlichte, bis er 2020 mitten im Lockdown wieder auftauchte und ein Album unter dem Namen „EOB“ aufnahm. Sechs Jahre später dann wieder ein Lebenszeichen von ihm. Doch diesmal unter seinem vollen Namen.

Die Musik von „Blue Morpho“ ist schwierig und nichts zum nebenbei Hören. Nur selten verlässt er seine Chillout-Zone und somit klingt das komplette Album eher meditativ als rockig. Ed O’Brien liebt es ruhiger und ein Track wie ‚Teachers‘ ist mit seinem treibenden Bass die Ausnahme. Auch der Opener hat noch einen gewissen Halt im Ohr, klingt aber, wie einiges auf dem Album, sehr nah an Mariusz Duda angelehnt. Wer also mit dem Ex-Frontmann von Riverside und seinem Soloschaffen in Lunatic Soul keine Probleme hat, dem empfehle ich wärmstens einen Hörtest. Allen anderen rate ich dringend einen Hörtest. Es könnte sein, dass dieser für viele eine Ernüchterung darstellt. Mir ist wohl bekannt, dass viele Kritiker vor Euphorie eine Höchstzahl an Punkten vergeben haben, aber bei mir zündet so ein Werk überhaupt nicht. Ich neige zu Vergleichen und wer die Alben seiner Band Radiohead Anfang der 00er Jahre mit diesem Solowerk vergleicht, der kann sich nur wundern. Radiohead hatten damals auch schwierige Alben, aber sie hatten auch genügend Ideen, um diese wirkungsvoll über eine Albumlänge dem Hörer zu vermitteln.

Als Beispiel seien nur die beiden aufeinander folgenden Tracks ‚Solfeggio‘ und ‚Thin Places‘ genannt. Das ist pure Langeweile, ja eigentlich ist das Betrug am Käufer. Da ist nichts, gar nichts was irgendeinen Zusammenhang ergibt. Kunst? Nein, diese beiden Tracks sind eine Zumutung. Um einiges besser und zugänglicher, ohne Verrat am Prog, sind eigentlich nur wenige Tracks. ‚Sweet Spot‘ oder ‚Incantations‘ lasse ich mir neben dem bereits erwähnten ‚Teachers‘ noch gefallen. Aber das ist definitiv zu dürftig. Mag ja sein, dass der Künstler seine Depressionen besser im Griff hat, wenn er Musik macht, aber Millionen Menschen machen Musik im stillen Kämmerlein, ohne sie zu veröffentlichen. Wäre auch hier eine Idee gewesen.

Sorry Leute, aber meine ehrlich Meinung ist negativ. Das Album kann mich überhaupt nicht erreichen. Da lege ich mir lieber „Kid A“ oder „Hail To The Thief“ ein und erlebe diese schönen Zeiten noch einmal.
Bewertung: 8/15 Punkten


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Abbildungen: Ed O’Brien/Bandcamp