Converge - Hum Of Hurt

Hardcore • Punk • Metalcore • Mathcore • Sludge
(33:34; Vinyl, CD, Digital; Epitaph/Indigo; 05.06.2026)
Converge liefern mit „Hum Of Hurt“ den zweiten Teil ihres 2026er Doppelpakets – weniger Fortsetzung als Nachglühen derselben Überhitzung. Nach „Love Is Not Enough“ wirkt das Album nicht wie ein neuer Zugriff, sondern wie eine verschobene Frequenz derselben Daueranspannung.
Die Idee des „Hum“ – ein tiefes, global berichtetes 30–40-Hz-Hintergrunddröhnen – wird zur passenden Metapher für Converges Dauerzustand: ein nicht greifbares, aber permanent spürbares Störsignal aus Überforderung, Selbstbeobachtung und innerem Druck. Bannon übersetzt das nicht theoretisch, sondern emotional-direkt, als Seismografie im Dauerbetrieb.
Musikalisch bleibt alles im bekannten Rahmen: kurze, eruptive Tracks, abrupte Wechsel, maximale Verdichtung. ‚Slip the Noose‘ setzt sofort, ‚Doom in Bloom‘ zieht die Schraube klassisch weiter an – Schönheit als Fehlfunktion, Aggression als Korrektur.
Früh folgt mit ‚It Only Gets Worse‘ einer der ersten klaren Druckpunkte, eher Zustandsbeschreibung als Ausbruch, aber mit deutlicher Verschärfung der Grundspannung.
Der erste Eindruck bleibt pure Brachialität. Vieles rauscht zunächst vorbei, bleibt als Druck und Geschwindigkeit hängen. Erst mit wiederholtem Hören zeigt sich das Album detailreicher, verschiebt sich vom Block zur Struktur und beginnt sich festzusetzen statt nur zu treffen.
‚Dream Debris‘ öffnet kurz atmosphärischen Raum im Sinne eines verdichteten Noise-Rock-Stücks, bevor ‚It Used to Matter‘ als überraschend ruhiges, zweieinhalbminütiges Instrumental kurz entlastet – eher Kontrollpause als echte Ruhe.
Der Titeltrack ‚Hum Of Hurt‘, gegen Ende platziert, bündelt das zuvor Aufgebaute noch einmal, ohne es aufzulösen. Kein Höhepunkt, eher ein spätes Verdichtungszentrum: der Zustand bleibt, er wird nur neu organisiert.
Im Vergleich zu „Love Is Not Enough“ fehlt etwas von dessen direkter, kompakter Wucht. „Hum Of Hurt“ arbeitet stärker über Reibung und Nachhall, weniger unmittelbar, dafür nachhaltiger.
Am Ende bleibt Converge bei sich selbst: keine Öffnung, keine Neuerfindung, sondern eine präzisere Justierung derselben destruktiven Logik. „Hum Of Hurt“ ist kein Bruch, sondern eine weitere, leicht verschobene Iteration – rau, dicht, nachwirkend.
Bewertung: 11/15 Punkten

Besetzung:
• Jacob Bannon – vocals and lyrics
• Kurt Ballou – guitars and vocals
• Nate Newton – bass and vocals
• Ben Koller – Percussion
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Starkult Promotion zur Verfügung gestellt.