Code 18 - Two Places
Symphonic Prog • Progressive Rock • Fusion
(68:20; CD, digital; Unicorn digital; 01.05.2026)
Code 18 stammen aus Québec, was den Rezensenten sofort neugierig macht, denn was gab es nicht für tolle Musik in den 70ern aus dieser Gegend. Doch wir befinden uns im Jahr 2026, da hat sich natürlich einiges geändert. Code 18 spielen tatsächlich Progressive Rock, aber nicht in der Art von Pollen, Morse Code oder Harmonium, sondern die „moderne“ Variante. Einen ersten Anhaltspunkt erhält man schon durch die Besetzungsliste, denn der Kopf der Band, Keyboarder Johnny Maz spielt auch in der Band Huis.
Nach dem Debüt „Human Error!“ aus dem Jahr 2020 legen sie nun in unveränderter Besetzung das Nachfolgealbum vor. Sämtliche Songs wurden von Maz komponiert, arrangiert und produziert, lediglich beim ‚Prelude‘ und ‚The Old House‘ waren seine Mitstreiter auch im Kompositionsprozess involviert.
Das Album startet standesgemäß mit ‚Prelude‘, zunächst wird mit den Keyboards leicht mystische Stimmung erzeugt, dann erzählt uns Gastsänger Sylvain Descôteaux was von “It’s one o’clock and time for lunch…”, ach nee, Quatsch, es heißt “It’s 4 o’clock and I’m wide awake”. Schade, und auch irgendwie blöd, so früh schon wach. Und der „Help me“-Part klingt schwer nach Arena.
Was mag folgen? Nun, über eine Stunde gute Unterhaltung für den Fan des Symphonic Prog. Gerade Maz zieht alle Register, die ein erfahrener Prog-Keyboarder im Angebot haben sollte. Und seine beiden Musikerkollegen lassen sich auch nicht lumpen und liefern saubere Arbeit ab. Dabei weiß Gitarrist JF Rémillard ebenfalls durch einige gelungene Soloeinlagen zu überzeugen.
Der Gesang findet mit einer Ausnahme in Englisch statt. Diese Ausnahme ist – der Titel lässt es schon erahnen – ‚Alors Je Cherche‘, wobei es sich in diesem Falle um gesprochenen Text handelt, der von Daniel Lacasse, Ex- Nathan Mahl, eindrucksvoll vorgetragen wird. Musikalisch pendelt man hier zwischen Progressive Rock und Fusion.
Wäre da nicht ‚The Lovers‘, könnte man beim nachfolgenden fünften Track denken, es gehe in dieser Nummer um … na wen schon? Aber da ist kein Text, der das bestätigen könnte, denn es handelt sich hierbei um eine rein instrumentale Nummer. Und zwar um eine echt starke, abwechslungsreiche Komposition, die Lust auf mehr macht, und übrigens auch nicht die einzige Instrumentalnummer auf diesem Album, denn mit dem recht kurzen ‚Moving In A Peach Nightmare‘ folgt direkt die nächste. Den Abschluss bilden die beiden längsten Nummern mit Spielzeiten von 14 bzw. 12 Minuten. Dabei zeigen sie zu Beginn von ‚A New Soul‘, dass sie auch mal recht frickelig daherkommen können, später sind sie dann aber auch mal mit Marillion-typischen Synthesizerläufen unterwegs. Als Zusatzinfo hielt die Band es für angebracht mitzuteilen, dass keinerlei KI verwendet wurde. Recht so!
Bewertung: 10/15 Punkten
Tracklist:
- Prelude (04:23)
- Polyrhythm (06:38)
- The Old House (09:00)
- Alors Je Cherche (06:58)
- The Lovers, The Incompetent And The Asshole (10:47)
- Moving In A Peach Nightmare (04:05)
- A New Soul (14:23)
- Justice? (12:01)
Besetzung:
• Johnny Maz – keyboards
• JF Rémillard – guitars
• Ben “Bönz” Plamondon – vocals
Gäste:
• Sylvain Descôteaux – vocals (1)
• Daniel Lacasse – vocals (4)
• Martin Plante – drums
• Bobby St-Louis – bass
Surftipps:
• Homepage
• bandcamp
Abbildungen: Code 18
