Chris Fry - In Glorious Colour

Chris Fry (Magenta) – In Glorious Clour (White Knight Records, 15.05.2026)

Klassik • Folk • Weltmusik
(44:35; CD, Digital; White Knight Records/Just For Kicks; 15.05.2026)
Auf den ersten Blick dürfte der in Süd-Wales geborene Chris Fry für die meisten Musikinteressierten nur wenig bekannt sein. Fällt allerdings der Name Magenta, eine walisische Progressive-Rock-Band, wird schnell klar, wer gemeint ist. Lead-Gitarrist Chris Fry ist neben Christina Booth und Rob Reed festes Mitglied der britischen Progger. Als zweifacher Gewinner des Classic Rock Society Guitarist of the Year Awards (2008, 2012) gilt er außerdem noch als hochdekorierter und talentierter Musiker. Seine Fähigkeiten beschränken sich nicht nur auf Akustikgitarre und Mandoline. Vor allem seine stilistische Bandbreite, von Klassik über Rock, Latin und Jazz, zeigen die Vielseitigkeit des diplomierten Künstlers.

Nach seinem im Jahr 2012 veröffentlichten Debüt „Composed“ folgt nun „In Glorious Colour“, sein zweites Solowerk. Chris Fry begnügt sich diesmal nicht wie gewohnt nur mit seiner feinen Saitenarbeit, sondern betätigt sich zudem noch als Multiinstrumentalist. Mit Katie Axelsen (Flöte) und Eric Wolfe-Gordon (Oboe) unterstützen ihn zwei vertraute Gesichter aus dem erweiterten Dunstkreis der Magenta-Familie. Fast im Alleingang ruft er mit seinem neuesten Werk den Geist von Vielseitigkeit und Atmosphäre auf. War Frys Debüt mehr geprägt durch dahingleitende Klänge der klassischen Gitarre und Mandoline, mit einem deutlichen Bezug zum akustischen Folk und zur Weltmusik, bindet er jetzt auch die E-Gitarre in seine Klangwelt mit ein. Bei „Glorious Color“ handelt es sich nicht um eines der typischen klassisch-symphonischen Progressive-Rock-Alben, wie man es von einem Magenta-Musiker erwarten könnte. Frys Schwerpunkt liegt dann doch näher bei akustischer klassischer, gar barocker Musik mit einem leichten Hang zu cineastisch-folkiger Weltmusik. Flöten und Oboen sowie mittels Programming generierte Streicher und akustisches Klavier erweitern das klangliche Spektrum- Gemeinsam sorgen sie für eine emotionale Atmosphäre.

Abseits der gewohnten Magenta-Alben gelingt Chris Fry eine Reise in ruhige, gar besinnliche Gefilde, weit weg von Hektik und überfordernder Dynamik. Momente des Ausbrechens sucht man daher vergeblich, auch wenn es hier und da etwas bewegter zugehen darf. Es muss nicht immer progressiv oder mainstreamig sein, um kleine Musikperlen zu schaffen. Chris Fry verströmt im großen Ganzen viel Ruhe und Harmonie, genau das was man aktuell am meisten gebrauchen kann.
Bewertung: 10/15 Punkten


Line-up:
Chris Fry – Steel String and Nylon String Acoustic Guitars, Electric Guitars, Bass and all Programming
Katie Axelsen – Flute (tracks 1, 5, 7, 8)
Eric Wolfe-Gordon – Oboe (tracks 5, 7, 8)

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Abbildungen mit Genehmigung: Chris Fry/White Knight Records