Advent Horizon - Falling Together

Advent Horizon - Falling Together (Album 2026) / Artwork: Travis SmithMelodic Rock • Progressive Rock
(47:16; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung/Just for Kicks; 15.05.26)
Im sehr informativen Booklet (schade, dass man das heutzutage schon erwähnen muss) erklärt uns Rylee McDonald die Beweggründe für die Texte dieses Albums und ganz allgemein auch die Herangehensweise zur Entstehung desselben. Er hat sich tatsächlich monatelang mit Drummer Mike Lofgreen jeden Montag in eine einsame Hütte zurückgezogen, um die Tracks auszuarbeiten. Das Resultat ist jedenfalls beeindruckend.

Wer auf progressiven Rock mit einer Spur Härte steht, der wird hier fündig. Die Tracks sind abwechslungsreich, verharren selten an einem Ort, betören mit wunderbaren Melodiefolgen, setzen Akzente in der Komposition und bieten dem Hörer eigentlich alles, was wir in unserer Musik mögen. Bereits der über 19-minütige erste Track ‚In A Lone And Dreary World‘ bietet all das in Hülle und Fülle. Sogar eine spanische A-Gitarre ist plötzlich zu hören, was den Rezensenten doch sehr überrascht. Jedenfalls habe ich schon lange keinen so guten Longtrack mehr gehört. Erwähnenswert ist auch die gesangliche Leistung, denn mit Rylee und Kristen McDonald besitzt die Band nicht nur zwei richtig gute Sänger, sondern auch noch eine weibliche und eine männliche Stimme.

Nach diesem Monster von Opener geht es dann etwas ruhiger weiter mit ‚Faith’s Window‘. Allerdings tauchen auch hier, genau wie im Opener, plötzlich kurze Growlattacken auf, die aber nicht im geringsten stören. Ich bin wirklich kein Growlfan, aber hier werden sie effektvoll eingesetzt und nicht als Mittel zum Zweck.

Als Single wurde ‚Past-Life Parable‘ ausgewählt. Ist ein wunderschöner Track, bricht aber leicht im Vergleich mit den anderen Tracks, die insgesamt mehr Mut und Entschlossenheit besitzen. Mit ‚Gravity I‘ als Instrumental und dem sofort anschließenden ‚Gravity II‘ folgen dann noch einmal zwei teils heftige Songs. Besonders ‚II‘ zeigt dem Hörer , was eine Harke ist. Der letzte Titel ‚Animals‘ packt dann noch einmal die A-Gitarre aus und klingt wesentlich ruhiger. Versöhnlicher Abschluss eines Albums, das zwar teils ‚very heavy‘ klingt, andererseits aber auch ’normale‘ Proghörer, die es etwas entspannter mögen, durchaus begeistern kann. Es sind halt die wirklich ausgereiften Melodien, die mich überzeugt haben und die bis zur letzten Sekunde von der Qualität her nicht nachlassen.
Bewertung: 12/15 Punkten


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Abbildungen: Advent Horizon/Bandcamp