A Liquid Landscape - Roque Planet

New Artrock • Alternative Prog
(; Vinyl, CD, Digital; Glassville Records; 05.06.2026)
Es ist länger her, dass die Holländer präsent waren, machte doch ihr moderner alternativer Progressive Rock einiges her. Mit „Roque Planet“ gibt’s nun endlich ein Comeback und so viel sei gesagt, es packt mich richtig gut bei den Hörnern.
Die Melange aus alternativen Rock-Einflüssen, Porcupine Tree-Phrasierungen und vielen atmosphärischen Pink Floyd-Verneigungen machen aus dieser Platte ein echtes Schmankerl. Ist mir der Opener ‚New And Far Between Part 1‘ noch zu frech, aber sympathisch nah an Porcupine Tree’s ‚Time Flies‘, so finden unsere Nachbarn danach ganz eigene Wege sich auszuformulieren.
Da gibt es zuhauf stille, andächtig ambiente Pinselstriche, emotional kraftvolle Rock-Momente und viele psychedelische Space Rock-Partikel (‚New And Far..Part 2‘) die diese neue Platte atmen lassen, wo die Farben ineinander fließen dürfen und man ganz schnell diesen kosmischen Flow lieben lernt. Immer dann, wenn die Band sich in sensitiven Akkorden/Details vorsichtig verliert, gewinnt das Album an Struktur, Tiefgang und richtig viel Intensität.
Der Sound federt jederzeit warm, nichts wirkt zu schnell oder halbgar zustande formuliert. Die vielen detaillierten Fragmente wie Sprachsamples, die meist weichen Vocals kreieren eine in sich schlüssige Atmosphäre – reflektierende Energien und zuhauf schöne Melodien. Der balladeske, eher epische Ansatz einer Band wie Oceansize kommt mir nicht nur einmal in den Sinn, wenn ich Stücke wie ‚Intention‘ höre. Die Gitarren perlen mit schönstem Tune, der Gesang phrasiert sanft, entrückt, mit wahnsinnig viel Feingefühl und Melancholie.
Kompositorisch findet man natürlich alle benannten Einflüsse/Vorbilder im Klangbild wieder, aber man weiß die einzelnen Mosaikstücke für den eigenen Soundansatz mit Lust auf durchdringende Stimmungsbilder passend zu installieren. Am Ende fügt sich hier einfach vieles hervorragend ins Bild und die Band leistet sich keinen Ausrutscher, der den Flow irgendwie zerstören könnte.
Eher selten wissen punktuell aufbrechende Heavy-Parts die passenden dynamischen Weichen/Brüche zu formulieren (‚Consequence‘). Das zweiteilige ‚Raven Song‘ berührt, bezaubert zum Teil mit reiner Klangmalerei im Gitarrenspiel. So virtuos hatte ich den Sound der Band nicht ansatzweise in Erinnerung. Der zweite Teil ist mit gehörig mehr Druck unterwegs, wird jedem Fan von Porcupine Tree oder The Pineapple Thief wie von allein rein laufen.
Die eher atmosphärische Seite von Bands wie Dredg, Karnivool, Klone, Porcupine Tree, Pink Floyd sei als Orientierung genannt – überschaubare Dynamik, mehrstimmige Chöre, Melancholie und diese sehnsüchtigen Steven Wilson-Träumereien (‚Virgo Calling‘) im Gesang, die mit so viel vorsichtiger Hoffnung schwingen und viele lichte Momente und Innehalten erlauben.
Die permanent sich vorsichtig verschiebenden Kontraste ziehen nie zu sehr in die Extreme – der Band gelingt es einfach, in einem harmonisch abgestecktem Rahmen sehr gereift auf den Punkt zu spielen und mit allem, was melancholischen New Artrock aktuell stark macht, zu punkten. Souveränes, intensives Album und ja, einfach schön, dass A Liquid Landscape mit so hervorragenden Songs im Gepäck zurück sind.
Bewertung: 13/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Bad Dog Promotions zur Verfügung gestellt.
