Tritop - Tritop120
Heavy Symphonic Rock • Progressive Rock • Prog Metal
(47:48; CD, digital; Eigenproduktion (MStudio Center)/Just For Kicks; 12.12.2025)
Auf ihrem Debütalbum „Rise Of Kassandra“ (2023) konnten sie sich als ausgesprochen vielversprechender Newcomer präsentieren, nun galt es, dies mit dem (meist schwierigen) zweiten Album zu bestätigen. Hilfreich war dabei sicherlich, dass man in unveränderter Besetzung antreten konnte. Angesichts des Bandnamens assoziiert man zunächst etwas Süßes, aber süß ist an dieser Musik (vielleicht mal vom Intro abgesehen) gar nichts. Vielmehr ist das Power Prog.
Das Album startet zunächst einmal mit einem Solo auf der akustischen Gitarre, und auch auf dem nachfolgenden 13-minütigen ‚Master of Drama‘ sind akustische Gitarren zu hören, mit der 12-saitigen werden kurz auch Erinnerungen an Genesis wach, während der Gesang schon ein bisschen an Dream Theater denken lässt. Die Nummer nimmt schließlich Fahrt auf und man bewegt sich weg vom Symphonic Prog hin in den Prog Metal Bereich. Die Gitarre wird zackiger, der Gesang aggressiver. Später wird es gar etwas sperrig, aber auf eine sympathische Art und Weise und auch ein kleiner Gentle Giant Moment ist eingestreut. Hat durchaus ebenso mal was von den sehr geschätzten Cheeto’s Magazine. Gute Ideen haben sie schon mal auf jeden Fall. Ein toller Song mit vielen Wendungen.
Was sich dann aber im weiteren Verlauf abzeichnet, mag den einen oder die andere vielleicht begeistern, den Schreiberling allerdings eher nicht: es entwickelt sich doch deutlich hin Richtung Dream Theater und Kollegen. Sie machen das sehr gut, keine Frage. Dass sie bei ihren Fingerfertigkeiten in der Lage sind, sich einen guten Ruf im Prog Metal Genre zu erarbeiten und mit den Großen mithalten zu können, darf man gerne annehmen. Mit Italo-Prog hat dies dann auch gar nichts zu tun, vielmehr klingt es eher nach einer amerikanischen Band – allerdings einer hochklassigen.
Jedoch entfernen sie sich damit etwas von Fans des Symphonic Prog, die ja auf dem exzellenten Erstling ebenfalls gut bedient wurden. Und das führt beim Rezensenten schließlich beim ersten Hördurchgang dazu, dass ausgerechnet beim monumentalen Longtrack für ihn die Luft etwas raus ist. Was aber nicht an dem Song liegt, denn weitere Läufe zeigen dann durchaus, dass da sehr viel Gutes drin steckt, aber es lag vermutlich an der eigenen Vorstellung, dass es mehr Symphonic Rock bieten würde. So aber waren die Dream Theater Parallelen zunächst zu offensichtlich.
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Am Ende steht aber ein weiteres beeindruckendes Werk der Italiener, die ihr Können hier wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen.
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracklist:
- Rebuild Nothing (01:20)
- Master Of Drama (13:11)
- Wanderlust (09:43)
- Asymmetrical Reflections Of A Restless Heart (23:33)
Besetzung:
• Ivo Di Traglia – drums / voice
• Pierfrancesco Di Pofi – keyboards / mellotron / piano / hammond organ / synthesizers / voice
• Jacopo Tuzi – electric bass / acoustic guitar 12string acoustic guitar / voice
• Francesco Caponera – electric guitar / acoustic guitar / voice
• Mattia Fagiolo – lead voice / lyrics
• Iacopo Di Traglia – classical guitar [1] / lyrics [2, 3]
• Annalaura Talpa – choir
• Eleonora Belfiore – choir
• Roberta Campoli – choir
Surftipps:
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Abbildungen: MStudio Center