Hammock - The Second Coming Was A Moonrise

Hammock - The Second Coming Was A Moonrise (Hammock Music/Secretly Distribution, 22.05.2026)

Ambient • Cinematic Post Rock • Shoegaze
(52:36; Vinyl, CD, Digital; Hammock Music/Secretly Distribution; 22.05.2026)
Hammock legen mit „The Second Coming Was A Moonrise“ ihr mittlerweile fünfzehntes Studioalbum vor und bewegen sich dabei erneut im vertrauten Spannungsfeld aus Ambient, Post-Rock und Shoegaze. Dieses Mal fühlt sich vieles weniger nach lässiger Hängematte an, sondern eher nach einem Himmelbett im Morgendunst: Musik und vereinzelt auftauchender Gesang verschwimmen zu einem frühmorgendlichen Nebelzustand zwischen Traum und Erwachen.

Das Album ist wieder post-rock-lastiger als sein Vorgänger, mit einer fast psychedelisch aufgeladenen Atmosphäre. Wenig Rhythmus, viel Soundscape, insgesamt reduziert und doch intensiv. Gerade diese Mischung aus minimalen Strukturen und großer klanglicher Weite sorgt dafür, dass die Musik nicht distanziert bleibt, sondern direkt unter die Haut geht.

‚Inbreaking‘ eröffnet das Album als sanfter Einstieg und setzt die ersten schwebenden Klangflächen, die behutsam in die Welt des Albums einführen.

In ‚We Close Our Eyes So We Can See‘ taucht dann erstmals der typische, fast gehauchte Gesang auf, eng mit den Flächen verwoben und eher als weiteres klangliches Element denn als klassische Stimme wahrnehmbar.

‚The Unsetting Sun‘ erweitert diesen Einstieg um breitere, atmosphärische Spannungsbögen und verstärkt den Eindruck eines sich langsam öffnenden Klangraums.

Mit ‚Like Sinking Stars‘ verdichtet sich die Textur weiter, wobei Stimme und Sound so eng ineinander greifen, dass sie teilweise kaum noch voneinander zu trennen sind.

‚Sadness‘ bricht diesen Fluss bewusst herunter: ein minimalistischer, stark reduzierter Moment, der gerade durch seine Zurücknahme wirkt.

Der Titeltrack ‚The Second Coming Was A Moonrise‘ bildet das emotionale Zentrum des Albums: ein klassischer Slow Burner, entstanden aus einer psychedelischen Erinnerung – der Verwechslung eines Mondaufgangs mit einer apokalyptischen Vision – und entsprechend als langsam wachsender Spannungsbogen angelegt.

Mit ‚Chemicals Make You Small‘ (feat. The Flaming Lips) folgt ein klar vokalzentrierter Moment. Der Gesang hebt sich deutlich ab, wirkt im Albumkontext fast „euphorisch“, bleibt aber dennoch organisch in das Gesamtgefüge eingebettet.

‚Everything You Love Is Buried In The Ground Or Scattered Into Space‘ überzeugt anschließend durch einen besonders gelungenen Spannungsaufbau zwischen Ambient und Post Rock, der sich organisch entfaltet und stetig verdichtet.

In ‚Deconstructing‘ kippt die Stimmung merklich ins Dunklere, bevor ‚All The Pain You Can’t Explain‘ das Album in typischer Hammock-Manier ausklingen lässt: langsam, fließend und mit lange nachhallender Wirkung.

Am Ende bleibt ein Werk, das weniger über einzelne Höhepunkte funktioniert als über seinen kontinuierlichen Sog. „The Second Coming Was A Moonrise“ entfaltet seine Wirkung im Durchlauf – als schwebender Zustand zwischen Auflösung und Erhebung, zwischen Erinnerung und Klang.
Bewertung: 12/15 Punkten


Hammock - The Second Coming Was A Moonrise (Hammock Music/Secretly Distribution, 22.05.2026)
Credit: Connor Carroll

Besetzung:
Marc Byrd
Andrew Thompson

Gastmusiker:
The Flaming Lips

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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Cargo zur Verfügung gestellt.