DaFou - Berlin Transit
Elektronische Musik • Berliner Schule • Ambient
(2:10:54); CD, digital; Cyclical Dreams; 13.02.2026)
Eine Menge Stoff, der dem Hörer hier geboten wird, zumindest was die Bandcamp-Variante betrifft! Da es sich bei der CD Ausgabe um eine einzelne CD handelt, wurde dort zwangsläufig arg gekürzt, und zwar auf eine Länge von rund 58 Minuten bei lediglich zwei Titeln. Was im Klartext bedeuten würde, dass die CD die beiden Tracks ‚Time Passing By‘ und ‚Fading Light‘ beinhalten müsste.
An dieser Stelle soll das umfangreiche online vorliegende Material, das auf der Bandcamp Seite des auf diese Art Musik spezialisierten argentinischen Labels Cyclical Dreams veröffentlicht wurde, besprochen werden.
Es geht los mit einer ausgedehnten Ambient-Reise mit dem Titel ‚In‘, der sich langsam entwickelt und eine angenehm wohlige Atmosphäre ausstrahlt, und mit 10 Minuten Laufzeit zusammen mit dem acht-minütigen Abschluss ‚Out‘ tatsächlich die kürzesten Tracks des Albums ausmacht.
Es folgt der Monstertrack des Albums mit dem 46-minütigen ‚Time Passing By‘, das gerade zu Beginn mit den perlenden Synthis an Klaus Schulzes Meisterwerk „Mirage“ erinnert. Sehr beeindruckend ist dabei das breite Klangspektrum, das die vielfältigen Synthis hier erzeugen. Interessanter Track mit deutlichem Berliner Schule-Einfluss. Passt schon, ist ja auch der BERLIN Transit.
„Fading Light“ ist wieder ähnlich wie der Opener eine recht ruhige Nummer, gespielt am Korg Minilogue. Es passiert hier nicht wirklich viel, aber bedingt durch die Langsamkeit des Stücks lädt hier wieder eine eher meditative Phase zur Tiefenentspannung ein. Anschließend folgt mit ‚Between‘ ein weiterer Longtrack, der mit knapp 20 Minuten Laufzeit kürzeste aus der Reihe der ausgedehnten Nummern. Hier wird gerade etwa zu Beginn des letzten Drittels einfallsreich arrangiert.
‚Same Difference‘ ist der zweite richtig dicke Brocken, er bringt es auf über 34 Minuten Spielzeit. Auch hier wird also die Vorliebe des Musikers für breit angelegte und sich langsam entwickelnde Arrangements deutlich, was er übrigens auf seiner YouTube Seite noch viel exzessiver treibt, dort sind gar 5-stündige Kompositionen wie ‚Dawn In The Park‘ zu hören. Das nennt sich dort Ambient Minimalism, und dieser Terminus beschreibt auch viele Passagen dieses Werkes sehr gut. So auch einige Stellen auf diesem Track, der recht weitflächig daherkommt und immer mal nach ausgedehnten ruhigen Passagen etwas an Fahrt aufnimmt.
Wie schon das Intro ‚In‘ hat das abschließende Stück ‚Out‘ ebenfalls eine sehr friedliche, beruhigende Stimmung, und somit umrahmen diese beiden Kompositionen auf sehr passende Weise diesen zeitintensiven musikalischen Trip. DaFou bietet eine interessante Mischung aus Berliner Schule beeinflusster Elektronischer Musik und Ambient Minimalism, wobei letztgenannte Ausrichtung überwiegt. Der Berlin Transit bietet eine angenehme, aber auch recht lange Reise. Genre-Fans dürfen gespannt sein auf weiteres Material dieses Soundtüftlers.
Bewertung: 10/15 Punkten
Tracklist:
- In (10:18)
- Time Passing By (46:00)
- Fading Light (12:15)
- Between (19:53)
- Same Difference (34:27)
- Out (08:01)
Besetzung:
DaFou – all instruments
Equipment:
Waldorf Blofeld, DSI Tetra (bell sound), Roland JV880, DX7, and several mostly dated plugins incl. ML-VST PG-8X, PPG Wave 2V (2004), Electrostudio Micromoon, Magix Revolta 2, Novaflash Phyzmod 2, DRUM PRO, Magix Vita, Korg Minilogue, IK Multimedia Uno Synth Pro X, Audiothingies Micromonsta 1, Behringer Deepmind 6, PreenFM2, Modal Cobalt 5S and Argon, Pulse 2, Behringer Pro VS Mini, Modal Cobalt 5S, Yamaha DX21, PreenFM2, Yamaha MU15
Surftipps:
• Bandcamp
• YouTube
Abbildungen: DaFou