Cult Of Dom Keller - Unholy Drum


Trip Rock • Neo Psychedelia
(52:40; Vinyl, CD, Digital; Fuzz Club Records; 27.03.2026)
Typisch Fuzz Club! Hat mich noch vor wenigen Wochen die Helicon schwer abgeholt mit ihrer tanzbaren Attitüde zwischen Trip Rock, Neo Psychedelia und Pop, machen die Briten von Cult of Dom Keller auf lässige, sehr eingängige Weise genau dort weiter.

Irgendwo zwischen modernem psychedelischen Indie Rock im Stile der Black Angels oder The Brian Jonestown Massacre fühlt man sich hier schnell im meist langsam, aber tanzbaren Downbeat Groove gefangen.

Trippige Rhythmen, poppige Vocals, Rauchschwaden von Sounds, mit immenser Unterstützung und Inspiration von Angus Andrew (Liars) in Sachen Sound und Produktion weiß „Unholy Drum“ mit jedem weiteren Hördurchgang vorzüglich einzunebeln. Ich liebe den Sound vieler Bands dieses Labels: dröhnende Fuzz-Gitarren, tanzbar bassige Grooves und ein untrüglicher Zugang zu eingängigen, fast Pop-affinen Tunes.

Der Underground-Vibe früherer Releases hat sich von einigen Schichten Fuzz und Staub befreit, klingt klarer, transparenter, zum Glück aber trotzdem noch gehörig trippy und halluzigen. ‚Life Without Life‘ und vor allem der Hit ‚Let Me Go, Satan‘ springen Dir mit einer groovig, aufreizend frechen Lässigkeit ins Gesicht, haben catchy Melodien und dunkle Dance/Rave Rock-Rhythmik, dies alles natürlich in unheilig wabernden Fuzz/Psych getränkt. Definitiv der perfekte Soundtrack für urbanes Late Night-Setting und flackernde Grossstadtbilder.

Flirrende Streicher, geheimnisvolle Vocals definieren das eingängige ‚Disappear‘ – einen dramatischen Spannungsbogen nebst abgefahrener Synths gibt es inklusive. ‚B(o)ing‘ spielt mit orchestralen Pop-Zitaten, feinen Melancholie-Lines, Downbeat, intimer Atmosphäre und einnehmenden Emotionen. In ‚Leaders With Hooves‘ und ‚They Cut The Heart From Out Of The Sky‘ rauscht man mit entschleunigt trippigem Noise Pop durch die Nacht – very groovy und hypnotisch und all das ohne Handbremse.

Die Band hat sich einen zeitgemäßen, sehr tanzbaren und dichten Sound drauf zimmern lassen und in Songs wie ‚Void Horizon‘ verdichten sich Folk und Indie Pop mit verstrahltem Psych Rock und dieses tiefenentspannte, hoch melodische Setting ist ein absoluter Selbstläufer. Britischer Rave Pop wie in den frühen 90s zu besten Stone Roses/Inspiral Carpets-Zeiten gibt es mit ‚Shoot My Mind‘ und im Abschluss ‚Galaxies SOS‘ wird es nochmal richtig schön kosmisch, nächtlich, weit und melancholisch…super Endpunkt.

Ein wundervoller Trip ist dieses Album, passt natürlich zum Label wie die berühmte Faust aufs Auge und macht einfach Spaß mit all seinen Downbeat Grooves. Freunde von The Black Angels, britischem Rave Pop/Rock und moderner trippiger Neo Psychedelia sei „Unholy Drum“ ohne nennenswerte Einschränkungen ans Herz gelegt.
Bewertung: 12/15 Punkten


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Abbildungen: Cult of Dom Keller/Bandcamp