Astraya - Atropine

Etherial Doom Rock • Post Rock
(45:01; Vinyl, CD, Digital; These Hands Melt; 24.04.2026)
Die Stuttgarter Band Astraya passt mit ihrem sanften, atmosphärischen Doom Rock und den lieblichen Vocals von Sängerin Melina gut zwischen all die hippen Nischen-Bands wie Midas Fall, Coltaine, Messa oder Sinistro.
Der ätherische wogende Sound zwischen Post Rock und Doom, fließt meist getragen – hier und da etwas intensiver –und lullt dank der sehnsüchtigen Vocals hervorragend ein. Inhaltlich widmet man sich philosophischen/spirituellen Fragen über die Zeit und den Tod sowie den 1000 Fragen dazwischen.
Etwas Wave, Alternative, Heavenly Voices und Dream Pop sind Nuancen des Bandsounds. Nichts springt den Hörer an, den ganz großen Moment suche ich vergebens, was aber überhaupt nicht negativ ins Gewicht zu fallen vermag. Im Gegenteil: die Harmonie, der melancholische Bodensatz und die unaufdringlichen, nie überfordernden Strukturen geben der Band ein sicheres Fundament, bei dem ich mich als Hörer gut im Sound fallenlassen kann. Die angenehmen, nie zu aufdringlichen Melodien haben einfach was Unangestrengtes. Anneke van Giersbergen, Pale Forest und all die feinsinnigen Chanteusen passen hier nahtlos ins vergleichbare Bild, ohne, dass die Band insgesamt diesen Vergleichen ganz gerecht wird.
Mal sägende, typisch hypnotische Post-Rock-Gitarren, ein dank der Vocals waviger Tenor und diese stets getragene Stimmung erzeugen gehörig Verdichtung und Emotionalität, ohne dass der Sound – wie etwa The Gathering – Wolken zu durchbrechen vermag. Eine gewisse balladeske Gleichförmigkeit mag sich als Kritikpunkt heraus kristallisieren, nur empfinde ich eben diese enge Struktur auf charmante Weise als Plus, kann man sich dadurch träumerisch gut in der Stimmung der Platte verlieren.
Ich bin mir sicher, dass da noch Luft für mehr nach oben ist. „Atropine“ hat gehörig Charme und aufgeladene Emotionen – tolle Vocals und viel Atmosphäre wissen zu betören, auch wenn die Produktion und die Arrangements in manchem Detail nicht ganz auf den Punkt musizieren. Beim nächsten Mal einige treibende, leidenschaftliche Passagen mehr und ein etwas klareres, transparenteres Klangbild, dann ist man sicher ganz oben mit dabei.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Benny Gölz – Guitar
• Klaus Wintermayr – Drums
• Melina Abele – Vocals
• Tim Suske – Guitar
• Tobias Hänsel – Bass
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Abbildungen: Astraya/Bandcamp