Von Mises - Coda
Post Rock
(39:51; Vinyl, Digital; Eigenveröffentlichung; 13.03.2026)
Es darf wieder geschichtet werden. Nämlich Soundwall auf Soundwall. Viereinhalb Jahre nach dem Debüt „Ages“ kommen die Kölner mit einer weiteren Mächtigkeit in Postrock, die das Genre an sich nicht unbedingt neu definiert, jedoch dezent einen draufsetzt. Mit sechs neuen Still-, beziehungsweise, in diesem Fall, Lautleben, inszenieren Von Mises ihre eigene ‚Coda‘, wobei man hofft, dass es von dem Trio nicht allzu wörtlich genommen wird.
Mit dem vorab veröffentlichten ‚Jamais-vu‘ greifen die Rheinländer von Anbeginn in Hinblick auf Emotionen und Dynamik in die Vollen und trotzen den Gesetzen der Schwerkraft, da es gelingt, trotz aller Mächtigkeiten und Heavyness abzuheben. ‚Arrival‘ übernimmt den Staffelstab transzendenter Atmos, der ‚Roboterschlaf‘ wandelt das rapid eye movement in flirrende Soundscapes und „Coda“ ist hier tatsächlich erst einmal der Schlusspunkt, der zum Paukenschlag in Postrock gerät. Tröpfelnde Keyboards schaffen hier eine Leichtigkeit, das Yin, dem ein Yang in ekstatisch-eruptiven Ausbrüchen gegenübersteht. Vielleicht steht das CODA aber auch nur für ‚Create Our Dimensionless Adventures‘. Wer weiß…
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: Von Mises