The Cosmic Dead - Beyond The Beyond

Space Rock • Psychedelic • Kraut Rock •
(41:32; Vinyl, CD, Digital; Heavy Psych Sounds; 17.04.2026)
Diese Schotten sind eine dieser Bands, bei denen ich auch jederzeit blind ins Vinyl-Fach greifen kann, um mit egal welcher ihrer Platten den maximalen Rausch in Sachen Space Rock zu erfahren. Wild, kosmisch, roh, experimentell und voller abgefahrener Psychedelia steuern auch die neuen, teils außergewöhnlich langen Jams tief in die Weite des Weltraums.
Im mittlerweile zehnten Album finden sich zwei epische Longtracks, zwei kürzere Nummern und in Sachen Space Rock wissen The Cosmic Dead einfach alle relevanten Qualitätsmerkmale zu bedienen. Halluzinierend bis zum Anschlag werden Monotonie, manische Bassläufe und strange Vocals zum Zentrum des jenseitigen Jenseits.
Es blubbert, es jammt, es groovt und ich liebe es, diesen Sound im Dämmerlicht des Abends fluten zu lassen. Selbst eine Geige wird im hypnotisch, halluzinierenden Habitus der Band nie zum Fremdkörper, integriert sich wie selbstverständlich auf ganz organische Weise. ‚Further‘ – mit knapp 16 Minuten der epische Monster-Track der Rille – zielt mit voller Frequenz ins Transzendente, nutzt gar spirituelle Chants im noch beatfreien Intro und es lässt sich auf direktem Weg ohne viel Firlefanz direkt in die Umlaufbahn der Schotten abspringen.
Step by Step schichtet man die Intensität, Sitar-Klänge, anschwellende Grooves und Instrumentarium bekommen genüsslich ihre dynamische Energie-Verdichtung. Irgendwann überdreht nach zeitweilig stoischem Krautrock-Groove die Spannungskurve komplett und wilde, teils schräge Vocals kulminieren mit organisch-schräger Live-Atmosphäre in gewohnt rotzig-schwindelerregende Höhen. Die Single ‚Stronger‘ rumpelt und groovt kurz mit allerhand wirren Synth-Effekten, wird danach vom atmosphärischen ‚Aurora‘ komplett geerdet.
Mystisch, dunkel wabert man hier in knapp zehn Minuten mit statischen Drums, harmonisch kosmischer Weite durchs niemals endende Psych-Universum. Es bliebt, blubbert, fiept und ein entspannter Space Rock-Groove nebst präsentem Bass-Spiel spaziert mit gehöriger Wah-Wah Schlagseite monoton, später treibend kraftvoll hindurch bis zur Ziellinie.
‚Aether‘ schließt komplett lost in space mit abgedrehten Vocals und intensivem Rhythmus „Beyond The Beyond“ ab und was nun dieses Jenseits vom Jenseits ist, wo man es findet, erlaubt wohl nur die eigene Phantasie, das berühmte Kopfkino zu beantworten.
Bewertung: 12/15 Punkten
Besetzung:
• Omar Aborida – Bass, Guitars, Wah
• Tommy Duffin – Drums, Wah
• Calum Calderwood – Fiddle, Wah
• Luigi Pasquini – Synthesisers, Wah
Surftipps:
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Abbildungen: The Cosmic Dead/Bandcamp