Nautilus - A Castle Full Of Secrets

Progressive Rock • Elektronische Musik
(69:00; CD, digital; Sireena Records/Broken Silence Distribution; 10.04.2026)
Unter dem Namen Nautilus firmieren diverse Bands, im vorliegenden Fall handelt es sich um eine deutsche Formation, deren Anfänge in die Spät-90er zurückgehen mit der ersten Veröffentlichung „Rising Balloon“ im Jahr 1998. Nach einigen Alben und Besetzungswechseln hat sich in den 2020ern ein stabiles Line-Up herauskristallisiert, das zu einem Quartett angewachsen ist. Neben Urmitglied Martin Ludwig, der die meisten Titel komponiert hat und Tasten, Gitarre und Samples beisteuert sind das noch Jürgen Dürrbeck (Tasten), Werner Strätz (Gitarre) und Meiko Weigel (Bass, Gesang).

Ursprünglich waren Nautilus stets als reine Instrumental-Band unterwegs, mittlerweile ist (gelegentlicher) Gesang hinzugekommen. Nach wie vor ist der charakteristische Sound von Nautilus eine Mischung aus Progressive Rock und Elektronischer Musik, wobei im letzteren Fall die Berliner Schule einen wesentlichen Faktor darstellt. Und im Wesentlichen auch auf diesem Release ihre Stärke ist, was sicherlich nicht für den mit starkem Akzent versehenen Gesang gilt. Da dieser aber vergleichsweise spärlich auftaucht, fällt dies nicht allzu sehr ins Gewicht.

Recht bedächtig eröffnet ‚Twilight In Wonderland‘ als sanfter Light Melodic Prog mit dominanter Gitarre das Album, wobei ein Text aus dem Buch „Das Karpatenschloss“ von Jules Verne gesprochen wird. Aha – das ist also anscheinend das Schloss voller Geheimnisse. Dass sich Nautilus auf ihren Alben regelmäßig mit Themen von Vernes beschäftigen, ist allerdings kein Geheimnis. Kein Wunder bei dem Bandnamen. Auf dem nachfolgenden ‚Visions Of Stilla‘ kommt dann mehr Tempo und aggressiveres Gitarrenspiel hinzu. ‚Soulmate Spirit‘ ist ein gutes Beispiel für ihre Version von Berliner Schule beeinflusster Elektronischer Musik – eine sehr schöne Nummer, in der auch das typisch Majestätische eines Vangelis mit einfliesst.

‚Vampire Cathedral‘ ist einer von zwei Titeln aus der Feder von Dürrbeck. Hier wissen mächtige Keyboardwände zu beeindrucken, wobei die Gitarre den feinen Gegenpol setzt. Insgesamt wird die Gitarre selten heavy, bisweilen erinnert es ein wenig an Grobschnitt. Und wo wir schon beim Thema sind – wie auch auf den Alben zuvor ist für das Mastering wieder der großartige Eroc verantwortlich.
Bewertung: 9/15 Punkten


Tracklist:

  1. Twilight In Wonderland (7:25)
  2. Visions Of Stilla (4:15)
  3. Smoke Above The Castle (5:27)
  4. Soulmate Spirits (6:11)
  5. Vampire Cathedral (4:46)
  6. Sleeping Beauty (4:27)
  7. Time For A Change (4:01)
  8. When The Pictures Learned To Move (8:24)
  9. The Count And The Lady (4:55)
  10. Misty Morning Lights (8:55)
  11. In The Last Days Of Empathy (9:56)

Besetzung:
Jürgen Dürrbeck – synthesizer / sequencer
Martin Ludwig – keyboards / synthesizer / guitars / samples
Werner Strätz – electric guitar
Meiko Weigel – bass / vocals / voice samples

Gast:
Elmar Darimont – voice on track 1

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Abbildungen: Nautilus