Lightspeed - Delta
Progressive Rock • Rock • AOR • Melodic Rock
(72:00; CD, Digital; Independent / Just For Kicks; 27.02.2026)
Für den Kanada-Import Lightspeed ist es mittlerweile das vierte Album. Die Melodic Rocker dürften allerdings nur den wenigsten Musikfreunden etwas sagen, zumal seit ihrer letzten Veröffentlichung nicht weniger als zwanzig Jahre ins Land gegangen sind. Ein direkter Vergleich zu den Erstlingswerken der Kanadier bietet sich aktuell mangels Kenntnis darüber leider nicht. Schaut man sich allerdings die üppige Liste der Gastmusiker an, so wächst die Erwartungshaltung gleich um einige Prozent.
Oliver Wakeman, John Helliwell, Luis Conte und Theo Travis, um nur einige zu nennen, sprechen für sich. Alleine die Genannten sind in der Lage, einer Produktion den entscheidenden Stempel aufzudrücken. Das ist im Fall von Lightspeed aber nicht das ausschlaggebende Kriterium, denn das Sextett ist durchaus in der Lage, ein gut produziertes und abwechslungsreiches Melodic-Rock-Album in Eigenregie auf die Beine zu stellen. Wie es scheint, hat die lange Funkstille der Band nicht ernsthaft geschadet oder etwa ihrer Kreativität beraubt. „Delta“ ist ein lebendiges, bisweilen kraftvolles progressives Melodic-Rock-Album. Im Zentrum steht immer noch als Lenker des Geschehens Multiinstrumentalist Rod Chappell. Gemeinsam mit den Sängern John Persichini und Wilmer Waarbroek, Tommy Denander, der die Gitarrenparts beisteuert, Howard Helm an den Keys und Drummer Holland Malmrose kann man die Kanadier getrost als die typischen Vertreter des 70’s und 80’s Melodic Rock, AOR und Progressive Rock bezeichnen. Wie bereits erwähnt, erhalten sie dabei hochkarätige Unterstützung, die den Songs zusätzliche Impulse verleihen.
Im Vordergrund stehen melodiöse Kompositionen, die stets einen frischen Eindruck machen, auch wenn gerade bei diesem Genre schon Vieles bekannt und bislang nicht ungehört erscheint. Mit insgesamt 14 Titeln und 72 Minuten Laufzeit ist „Delta“ auch für ein Rock Album dieses Musikstils ein reichlich gefülltes Werk. Auffallend ist, dass man förmlich spürt, dass den Musikern nach Ablauf der ausgedehnten Pause förmlich die Finger gejuckt haben müssen, um dann am Ende all ihre aufgestaute Energie in ihr neues Album umzusetzen.
Lightspeed bietet zeitlose, melodische Sounds, die in ansprechend gut arrangierte Songs eingebettet sind. Dass auch die Produktion dem hohen Anspruch gerecht wird, überrascht nicht, da kein Geringerer als Rich Mouser (Spock’s Beard) mit Hand anlegen durfte. Wer generell mit diesem Genre etwas anfangen kann, sollte auch mit „Delta“ keinerlei Probleme haben. Gehen doch die zeitweise an den klassischen Styx-Sound der 70er erinnernden und mit einer Prise Progressive Rock angereicherten Songs wohltuend ins Ohr und verbreiten den angedachten Musikspaß.
Bewertung: 10/15 Punkten (JM 10, HR 10)
Line-up Lightspeed:
• Wilmer Waarbroek / Lead And Backing Vocals
• Tommy Denander / Guitars
• John Persichini / Lead And Backing Vocals
• Holland Malmrose / Drums And Percussion
• Howard Helm / Keyboards
• Rod Chappell / Song Writing, 6 And 12 String Guitars, 4 String Bass Guitars, 5 String Fretted And Fretless Bass, Vocals, Keyboards, Percussion
Gastmusiker:
• Oliver Wakeman (Yes, Strawbs) / Keyboards
• John Anthony Helliwell (Supertramp, Pink Floyd) / Saxophone
• Jamie Glaser (Chick Corea, Jean Luc Ponty, Jon Anderson, Bryan Adams) / Guitars
• Ruth & Joyce O’Leary (Sephira) / Rock Violins
• Theo Travis (Robert Fripp, David Gilmour, The Tangent, Gong, Soft Machine) / Saxophone
• Janne Stark (Grand Design) / Guitars
• Norda Mullen (Moody Blues) / Flute
• Luis Conte (James Taylor, Eric Clapton, Carlos Santana, Phil Collins, Rod Stewart) / Percussion
• Gary Chappell (Lightspeed, Lost Johnny) / Keyboards
• Shane Daniel Myers / String Arrangements
Surftipps:
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Abbildungen mit Genehmigung: Lightspeed