Galasphere 347 - The Syntax Of Things

Progressive Rock • Symphonic Prog
(55:37; CD, digital; Eigenproduktion; 23.02.2026)
Galasphere 347 nennt sich eine britisch-skandinavische Kombination, die satte acht Jahre nach ihrem gleichnamigen Debüt nun mit „The Syntax Of Things“ in beinahe identischer Besetzung nachlegt. Sie sind zum Trio geschrumpft, doch der ausgeschiedene White Willow Gitarrist Jacob Holm-Lupo ist immerhin noch als Gast auf einem Song dabei.

Multiinstrumentalist Bennett könnte denjenigen Neo-Prog Fans bekannt sein, die ausgesprochen tief in der Szene verwurzelt sind, denn er spielte Keyboards auf dem Album „Erotic Antiques“ der Band Lahost, die wohl nur Insidern bekannt sein dürfte. Zusammen mit deren damaligem Drummer Fudge Smith (später bekanntlich bei Pendragon) und dem als Gast auf diesem Album agierenden Saxofonisten Myke Clifford spielte er später bei Henry Fool, einer Band mit etwas höherem, aber immer noch überschaubarem Bekanntheitsgrad.

Dank seiner vielfältigen Tätigkeiten als Stamm- wie auch Gastmusiker dürfte Mattias Olsson der bekannteste Musiker des Trios sein, genannt seien als Beispiele Änglagård, Kaukasus, die Zusammenarbeit mit dem verstorbenen Cathedral Keyboarder Tom Doncourt, Molesome, Pixie Ninja, Elisa Montaldo, Il Tempio delle Clessidre, White Willow oder Weserbergland. Bei den beiden Letztgenannten hat er auch mit Holm-Lupo und Einarsen zusammengespielt.

Auf den recht kurzen unspektakulären Opener ‚Hiraeth Pt.1 (Cronus)‘ folgt mit dem knapp zehnminütigen ‚Life as an Architect (Hestia)‘ eine Nummer, auf der die Stärken von Galasphere 347 zur Geltung kommen. Das ist sicherlich nicht der Gesang, aber der Aufbau eines feinen, abwechslungsreichen Titels, bei dem der Mellotronfan auf seine Kosten kommt. Ähnlich zum Genesis Song ‚Afterglow‘ steigert sich der Schlusspart immer mehr hinein in ein Ende, bei dem Mellotronchöre eine wichtige Rolle spielen. Ein wildes Flötensolo beendet schließlich diesen Song.

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Es schließt sich der längste Song des Albums an, das elfminütige ‚Broken Bones (Eris)‘, auf dem unter anderem Clifford mit seinem Saxophon Akzente setzt, aber auch Airbag-Gitarrist Bjørn Riis ist maßgeblich beteiligt. Er sorgt bei seinen Einsätzen gelegentlich für ein leichtes Pink Floyd Feeling.

‚Nighthawks (Nyx)‘ basiert hauptsächlich auf Gesang und Klavier und geht als musikalische Ruhepause durch. Danach geht es in ‚Persephone (Kore)‘ mit flotten Synthesizern weiter, auch das typische E-Piano, wie Tony Banks es zu „Duke“ Zeiten eingesetzt hat, ist – neben dem immer wieder auftauchenden Mellotron – zu hören. Bisweilen erinnert diese Nummer an RPWL.

Mittlerweile hat man längst bemerkt, dass jeder Titel noch mit Namen einer Figur aus der griechischen Mythologie benannt wurde, im Titelsong ist es Athena. Hier startet man mit etwas elektronischer Spielerei, woraus sich dann wieder ein typischer Galasphere 347 Song entwickelt. Hier wie auch im abschließenden zweiten Teil von ‚Hiraeth‘ schwächelt der Gesang ein wenig, allerdings sind die Instrumentalparts klasse, und auch das feine Gitarrenspiel von Gastmusiker Riis kommt hier wieder gut zur Geltung.

Übrigens, ein Gizmotron ist keineswegs ein Nachfolgemodell eines Mellotrons, sondern ein Effektgerät für E-Gitarre und Bass.
Bewertung: 10/15 Punkten


Tracklist:

  1. Hiraeth Pt.1 (Cronus) (3:54)
  2. Life as an Architect (Hestia) (9:57)
  3. Broken Bones (Eris) (10:56)
  4. Nighthawks (Nyx) (6:36)
  5. Persephone (Kore) (5:58)
  6. The Syntax of Things (Athena) (10:31)
  7. Hiraeth Pt.2 (Aion) (7:40)

Besetzung:
Stephen James Bennett – vocals / keyboards / guitars / eBow / Gizmotron / lap steel guitar / Moog Taurus / bits and bobs
Ketil Vestrum Einarsen – flute / keyboards / programming
Mattias Olsson – drums / electric and acoustic exotica

Gäste:
Jacob Holm-Lupo – bass / staccato guitars (track 2)
Bjørn Riis – electric guitars (tracks 3, 6, 7)
John Jowitt – bass (tracks 3, 5, 6)
Myke Clifford – saxophone (track 3)
Pete Smith – bass / bass pedals (track 1, 7)

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Abbildungen: Galasphere 347