The Mon - Songs Of Embrace

Ritual Dark Ambient • Psychedelic Drone Folk
(38:35; CD, Digital; Supernatural Cat Records; 06.03.2026)
Urlo – Musiker der italienischen Stoner-Doom-Band Ufomammut – präsentiert in seinem Solo-Projekt The Mon den zweiten Teil von „Embrace The Abandon“. Wer es düster, obskur und rituell mag, wird hier den passenden Soundtrack vorfinden.

War der erste Teil „Songs Of Abandon“ noch um einiges mehr im psychedelischen Folk verhaftet, gibt es mit diesem neuen Longplayer fast durchgehend ambient-rituelle Soundscapes zu hören.

Ich durfte den Musiker im vergangenen Juli beim wundervollen Ancient-Echoes-Event in der Kirchenruine Wachau mit seiner Solo-Performance aus nächster Nähe bestaunen. Dabei hat mich diese eigenwillige Gangart maximal abgeholt: Der Italiener variierte ausschließlich mit Gitarre und Gesang, unterstützt von allerlei Effektgeräten, und wusste trotz der psychedelischen Akustik – und gerade wegen des minimalistischen Ansatzes – deutlich melodischer und zugänglicher zu begeistern.

Konzentrierte sich der Vorgänger auf die Themen Verlassenheit und Verlust, geht es diesmal mehr um Präsenz, physische Nähe, den Atemzug, die innere Stimme. Kein Trost, sondern Aushalten, Langsamkeit ohne Loslassen. Mit vollem Bewusstsein das Schwere annehmen und in der inneren Suche verweilen.

Statt wie mit zuletzt eher akustischen Stilmitteln sind es aktuell Drones, rituelle Melodien, ambiente Soundscapes, die nur temporär von lichtvolleren Melodien aufgefangen werden (‚A Pearlescent Of Light‘). Oldschoolig-kosmische 70’s-Elekronik, instrumental und meist sehr geheimnisvoll und düster, schaffen hier den Soundtrack für ein nächtliches Ritual.

Urlo beschwört Naturgewalten, tief liegende Emotionen, und man muss für experimentelle Strukturen mindestens ein Ohr mitbringen. Ich war natürlich durch die Live-Performance und den Vorgänger auf konkretere, melodiösere Folk-Klänge eingestellt und muss mit dieser Verwirrung erstmal umgehen.

Als Fan von Drone- und Ambient-Sounds überfordert mich das Ganze nicht, nur ist es mir an einiges Stellen zu viel Industrial, Noise und Experiment im Setting. Kurzweilig und für den hintergründigen Flow geht all dies schon in Ordnung – der Vorgänger kam mir musikalisch trotzdem mehr entgegen.
Bewertung: 9/15 Punkten


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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.