Long Distance Calling - Live At Lichtburg

Post Rock • Progressive Rock • Instrumental Rock
(1:27:10; Vinyl (2LP), CD+Blu-ray, Digital; earMusic/Edel; 05.12.2025)
Man zieht sich ja inzwischen immer öfter aus den sozialen Netzwerken zurück. Zu viel Werbespam, zu viel KI-Müll, zu viel algorithmischer Lärm. Dumm nur, wenn einem dabei auch echte Neuigkeiten durch die Lappen gehen. So geschehen bei Long Distance Calling. Während ich also erfolgreich dem digitalen Dauerfeuer entkommen wollte, veröffentlichte die Band im Dezember ganz nebenbei ihr neues Live-Dokument „Live At Lichtburg“.
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Dass mir die Veröffentlichung komplett entging, lag allerdings nicht nur an meiner Social-Media-Diät. Selbst die redaktionsinterne Offerte für ein Review verschwand damals unbemerkt im E-Mail-Nirwana. Erst die Neugier auf das kommende Studioalbum „The Phantom Void“, das im April erscheinen soll, brachte mich dazu, meine Mails nach einer Promo zu durchforsten – und dabei über eine ältere Nachricht zu stolpern, die sich als Promo von „Live At Lichtburg“ entpuppte.
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Der Mitschnitt stammt aus dem Februar 2024, als die Münsteraner im ausverkauften Lichtburg vor rund 1.200 Fans ihr bislang größtes Headliner-Konzert spielten. Neben der Audiofassung existiert auch ein Konzertfilm auf Blu-ray – für diese Rezension bleibt allerdings nur der akustische Teil relevant. Das Kopfkino muss also reichen.
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Und das funktioniert erstaunlich gut. Die Setlist greift quer durch die Diskografie, mit besonderem Augenmerk auf „Avoid the Light“ (2009) und „Eraser“ (2022). Stücke wie ‚Kamilah‘, ‚Giants Leaving‘ oder ‚Out There‘ folgen dabei jener bewährten Dramaturgie, die Long Distance Calling seit Jahren perfektionieren: ruhige Spannungsbögen, geduldige Steigerungen und Gitarrenwände, die sich irgendwann mit der Wucht einer tektonischen Verschiebung entladen.
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Der unumgängliche Höhepunkt bleibt jedoch ‚Black Paper Planes‘, längst so etwas wie der Signature-Song der Band.
Zusätzliche Streicher- und Bläserarrangements verleihen dem ohnehin schon cineastischen Sound eine noch breitere Leinwand. Subtil ist das nicht immer – aber effektiv. Schließlich klang diese Band schon immer so, als würde sie Soundtracks für Filme schreiben, die noch gar nicht existieren.
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Unterm Strich ist „Live At Lichtburg“ genau das, was man von einem Long-Distance-Calling-Livealbum erwarten darf: epischer Instrumentalrock, souverän gespielt und klanglich beeindruckend eingefangen. Den Film dazu habe ich zwar nicht gesehen – aber ehrlich gesagt reicht die Musik völlig aus, um sich die Bilder dazu selbst auszumalen.
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracklist:
- ‚Enter: Death Box‘ (02:02)
- ‚Blades‘ (04:45)
- ‚Kamilah‘ (07:10)
- ‚Giants Leaving‘ (03:30)
- ‚Hazard‘ (06:21)
- ‚Immunity‘ (06:40)
- ‚500 Years‘ (07:25)
- ‚Eraser‘ (09:51)
- ‚Apparitions‘ (11:35)
- ‚Black Paper Planes‘ (07:44)
- ‚359°‘ (04:54) (video only)
- ‚Sundown Highway‘ (03:55) (video only)
- ‚Out There‘ (09:40)
- ‚Metulsky Curse Revisited‘ (10:34)
Besetzung:
• David Jordan – Gitarre
• Jan Hoffmann – Bass
• Janosch Rathmer – Schlagzeug
• Florian Füntmann – Gitarre
Gastmusiker:
• Nico Wellers – Trompete
• Matthias Fleige – Posaune
• Felix Köhler – Violine
• Tobias Köhler – Cello
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