Lili Refrain - Nagalite

Dark Ritual Folk • Goth • Ambient • Drone
(30:22; Vinyl, Digital; Subsound Records; 27.03.2026)
„Nagalite“ ist eine Reflexion, ein Totem, eine Hoffnung auf Transformation und Wiedergeburt als Antwort auf die dunklen Zeiten, die wir durchleben.
Naja und Lithes – uralte Begriffe für Schlange und Stein und diese Verschmelzung innerhalb des Titels steht für eine Steinschlange, eine lebendige Form der Transformation, eine Erinnerung daran, das alles Existierende miteinander verbunden ist, dass es Liebe benötigt, um diese Verbindungen wiederzufinden.
Wer die Künstlerin mal, so wie ich, live erleben durfte (ich glaube, im Vorprogramm der kultigen Major Parkinson ), weiß, wie diese Single-Show zu faszinieren weiß, performt die Italienerin mit Loops, Synths und allerhand Experimenten, geht auch mal direkt ins Publikum und interagiert mit eben diesem.
Lili Refrain passt mit ihrem sakralen Sound zwischen Neo Goth, Dark Ambient, Drone, Klassik und mystisch-magischem Post Folk perfekt zwischen all die zuletzt gefeierten Chanteusen und Eigenbrötlerinnen wie Anna von Hausswolff , Julinko, Chelsea Wolfe oder Kariti. Mit majestätischen Sound-Teppichen und eingängigen, rituellen Düsterklängen finde ich schnell einen Zugang zum Album.
‚Exuvia‘ steigt mit flächigen Synths, gar Klassik-affinen Nuancen ein, ‚Nagal‘ danach hat schon viel mehr Wave-/Goth- und Ritual-Pop-Momente, lässt den Gesang mystisch vibrieren. Charmante Gitarren, fast orientalische Percussions spazieren mit eingängigen Strukturen direkt ins Ohr – etwas schwerere Metal-Riffs erzeugen später einige tiefere Doom-Momente, wieso auch nicht?
Die Nähe zu Doom, Black und generell atmosphärischem Metal ist der Künstlerin stets nahe gewesen. Kosmisch-elektronische Synths und Loops finden sich in ‚Coil‘ – alles sehr atmosphärisch, schöne dunkle Soundflächen zuhauf, klar und schwarz wie die Nacht.
Etwas Dead Can Dance, Klaus Schulze und puristischer Dark Wave in einem Topf – das lasse ich mir gerne so munden. Im bereits abschließenden Übersong ‚Lithos‘ taucht die Künstlerin noch einmal in gehörige ambientale Schwärze und ätherischen Schönklang ein – alles versehen mit feinem Schliff und berauschender Melancholie.
Wenn die Stimme sich nach einigen Minuten erhebt, fühle ich mich auf „Nagalite“ nicht das erste Mal an eines meiner Lieblingsalben überhaupt – dass wunderschöne „Dead Magic“-Album der grossartigen Anna von Hausswolff – wohlwollend erinnert.
Die knappe halbe Stunde (die gerne länger hätte sein dürfen) besticht durchgehend mit wohlschmeckenden Düster-Sounds – kosmisch-klare Nachtkulissen und eingängige Ambient-/Dark-Wave-Stilmittel bleiben frei von Noise und seltsamen Experimenten und tragen dich punktuell weit hinaus.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Purple Sage PR zur Verfügung gestellt.